Duisburg: Klaus Allofs ist jetzt Duisburger

Duisburg: Klaus Allofs ist jetzt Duisburger

Beim 39. Landhaustreff gab es eine große Überraschung: Der ehemalige Fußballer Klaus Allofs ist schon seit geraumer Zeit Duisburger. Als zweiten Gast hatte sich Talkmaster Manni Breuckmann Kai Magnus Sting eingeladen.

Manni Breuckmann war schon zu bedauern. "Ich weiß gar nicht, ob ich die Veranstaltung durchstehe", kündigte der Landhaustreff-Dauer-Talkmaster vorsorglich zu Beginn der 39. Gesprächsrunde im Huckinger Landhaus Milser an. Schuld war eine "schwere Männergrippe", die den ehemaligen Fußballreporter erwischt hatte.

Dass das Format des Landhaustreffs nach wie vor gut ankommt, zeigte der gute Besuch am Montagabend. Das ist auch kein Wunder, denn neben interessanten Gesprächen mit jeweils wechselnden Promis und einem kulturell gefärbten Show- Act werden den Gästen kulinarische Spezialitäten aus der Landhausküche geboten.

Gleich zwei Duisburger konnte "Manni" diesmal in Huckingen begrüßen. Dass der Kabarettist Kai Magnus Sting, der für das Spaß-Finale verantwortlich war, ein Einheimischer ist, dürfte allgemein bekannt sein. Aber dass sein Interview-Partner, der frühere Bundesliga-Profi Klaus Allofs seit einiger Zeit auch Duisburger ist, verwunderte dann doch.

Der ehemalige Nationalspieler wohnt mit seiner Frau am Innenhafen. Breuckmann, selbst seit mehr als vierzig Jahren in Düsseldorf wohnhaft, zeigte sich ebenfalls erstaunt: "In Duisburg? Du gehörst nach Oberkassel!" Das sah der in Düsseldorf geborene und aufgewachsene Europameister von 1980 überhaupt nicht so: "Klar, Duisburg hat ein Image-Problem. Die Stadt hat aber schon einiges zu bieten, wir fühlen uns hier sehr wohl."

Das hörte auch Sören Link gerne, der nicht nur wie die übrigen Gäste das vorzügliche Dreigang-Menü genoss, sondern sich auch noch über den nachgeschobenen Satz des prominenten Neubürgers freute: "Hier tut sich eine ganze Menge."

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand natürlich Allofs' Karriere, die bei Fortuna Düsseldorf begann und ihn über den 1. FC Köln, Marseille und Bordeaux zu Werder Bremen führte, wo er seine Karriere als Aktiver beendete. Sein erstes Bundesligator schoss er ausgerechnet gegen den MSV (Fortuna gewann 1976 mit 2:0).

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Der Düsseldorfer war aber nicht nur als Fußball-Profi (177 Bundesliga-Tore) erfolgreich, als Manager von Werder Bremen hatte er einen großen Anteil an der jahrelangen Erfolgsserie der Norddeutschen.

Nach 13 Jahren in Bremen wechselte er in gleicher Funktion zum VFL Wolfsburg. Das sei eine neue Herausforderung für ihn gewesen, begründete der derzeit "arbeitslose" Manager seinen Schritt. Breuckmann hakte direkt ein: "Herausforderung? Die haben dir da das doppelte Gehalt geboten."

Natürlich kam man auch auf das aktuelle Transfer-Theater um den (noch) Dortmunder Pierre- Emerick Aubameyang zu sprechen. "Die Clubs sind in so einem Fall hilflos, die Spieler sind einfach in der besseren Position", bedauerte Allofs. In der Haut des Dortmunder Managers Watzke möchte er nicht stecken: "Die können den Spieler nicht ein halbes Jahr auf die Bank setzen, da verliert er erheblich an Wert."

Im Gegenteil, die Dortmunder sind gezwungen, alles zu tun, um den exzentrischen Spieler möglichst teuer zu verkaufen. Das Ganze sei nur einzudämmen, wenn sich die Vereine solidarisch verhalten und "sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen". Das sei in dem Geschäft aber wohl nicht zu erwarten, vermutet der Kenner der Szene.

Breuckmann brachte auch eine weitere Leidenschaft seines Talk-Gastes zur Sprache, der ein großer Freund des Galopp-Sports und am Bremer Gestüt Fährhof beteiligt ist. Die Liebe zu Pferdesport entwickelte sich bereits in jungen Jahren: "Da bin ich mit meinem Opa oft auf der Rennbahn Grafenberg gewesen, das war schon faszinierend."

Und nachdem Kai Magnus Sting zwischen Hauptgang und Dessert über seine Probleme mit seinen Ärzten, aufdringlichen Bäckerei-Fachverkäuferinnen und die Schwierigkeiten, bei Starbucks eine einfache Tasse Kaffee zu ordern, berichtet hatte, konnten alle Zuhörer aufatmen. Manni Breuckmann hatte trotz "schwerer Erkrankung" eisern durchgehalten... und tatsächlich überlebt.

(RP)
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