Duisburg: Klares und konzentriertes Klavierduo

Duisburg: Klares und konzentriertes Klavierduo

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist das Klavierduo Anthony & Joseph Paratore auf den Bühnen der Welt zu Hause, auch in Duisburg waren sie schon mehrfach zu Gast, jetzt wieder durch das Klavier-Festival Ruhr in der gut gefüllten Gebläsehalle im Landschaftspark Nord.

Auf dem Programm standen vier bekannte, fast schon populäre Werke, darunter zwei Bearbeitungen und zwei Originale, zwei für ein Klavier zu vier Händen und zwei für zwei Klaviere. Es begann mit der viersätzigen, dreiviertelstündigen sinfonischen Dichtung nach 1001 Nacht "Scheherazade" von Nikolai Rimski-Korsakow in einem Arrangement zu vier Händen, deren Urheber nicht genannt wurde. Nach der Pause folgten die Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 von Frédéric Chopin (die mit dem Trauermarsch) in der klangvollen Bearbeitung für zwei Klaviere von Camille Saint-Saens, die gleichfalls auf Märchen zurückgehende Suite zu vier Händen "Ma mère l'oye" von Maurice Ravel und als Rausschmeißer die fröhliche Suite "Scaramouche" op. 165b für zwei Klaviere von Darius Milhaud. Die Paratores spielten das alles klar und konzentriert, was vor allem der "Scheherazade" zu Gute kam, wo man die Orchesterfarben kaum vermisste. Leider schlichen sich später immer wieder nachlässig genommene Passagen und unsinnige Beschleunigungen ein. Das Gesamtbild sorgte aber für Begeisterung und es gab zwei Zugaben zu vier Händen, nämlich den "Feuertanz" von Manuel de Falla und ein rasantes eigenes Arrangement der beiden Brüder vom Finale aus dem "Karneval der Tiere" von Saint-Saens.

Für Duisburg geht das Klavier-Festival Ruhr am Montag, 18. Juni, in der Gebläsehalle ganz ähnlich weiter. Denn dann spielt das GrauSchumacher Piano Duo ausschließlich Werke, die der vor 100 Jahren gestorbene Claude Debussy komponiert oder bearbeitet hat. Zuvor, um 18 Uhr, diskutiert dort ein "Quartett der Schallplattenkritiker", darunter Wolfram Goertz von der RP, über Debussys Orchesterwerk "Prélude à l'après-midi d'un faune".

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Karten gibt es am einfachsten im Internet unter www.klavierfestival.de.

(hod)