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Duisburg: Klang- und Tanzteppich im Museum DKM

Duisburg : Klang- und Tanzteppich im Museum DKM

Das Tanzstück "Ankündigung" im Rahmen der Duisburger Akzente handelt von Umbrüchen in Leben und Gesellschaft. Die Neuproduktion konnte das Publikum begeistern.

"Im Anfang war das Wort", heißt es im Evangelium ... oder übertragen auf das neue Tanzstück vom Kaiser Antonino Dance Ensemble: ein Wort ... oder um formal noch genauer zu sein: ein Zeichen. "Ankündigung" lautet schlicht der Titel der Neuproduktion, die am Samstagabend im Museum DKM ihre Uraufführung im Rahmen der diesjährigen Duisburger Akzente erlebte und vom anwesenden Publikum begeistert gefeiert wurde.

Seitdem sich die Tänzer- und Choreografen Avi Kaiser und Sergio Antonino vor 15 Jahren in Duisburg wohnlich und künstlerisch im Innenhafen niedergelassen haben, durchstreifen sie ausgehend von ihrem dort geschaffenen TanzRaum "The Roof" die Stadt mit allen Mitteln der Kunst. Dabei folgen sie zumeist den Spuren der Stadt und ihrer Geschichte. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Urbanität, das heißt den Lebens- und Arbeitsräumen der Menschen. Insofern sind viele choreografische Begegnungen mit ihnen und den sie begleitenden Künstlern an signifikant gewandelten Orten in Duisburg zu beobachten. Ihr jüngster Begegnungsort von Tanz und Raum fand jetzt am Wochenende im 2009 von der einstigen Gewerbeimmobilie zum privaten Ausstellungshaus gewandelten Museum DKM statt. "Kaiser und Antonino sind unsere langjährigen Freunde", sagte Mithausherr Klaus Maas zur Begrüßung, die er und sein Partner Dirk Krämer seit ihrer Zeit, als das DKM noch mit seiner Galerie am Innenhafen war, kennen. Von daher überließen die Museumsbetreiber gerne den beiden ihren saalgroßen "Düsseldorfer Raum" mit den dort befindlichen Werken des Bildhauers Ernst Hermanns.

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Durch eine zum Quadrat aufgestellte lineare Stuhlreihe für das Publikum entsteht als Zentrum der rund 200 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche ein Tanzraum. Mitten unter den Zuschauern sitzen eingangs die vier Tänzer - neben Kaiser und Antonino noch Elior Cohen und Tal Shibi - sowie der Musiker Florian Walter. Doch bevor alle nacheinander die "Arenabühne" betreten, ziehen sie sich ihre Schuhe und Strümpfe aus. Walter nimmt sich zusammen mit seinem Saxophon zudem vier gebundene Zeitungsstapel (der Rheinischen Post übrigens) als Sitzgelegenheit mit.

Mit Tönen als auch Zisch- und Knallgeräuschen seines Instruments versieht er die Fläche mit einem Klang-(Tanz)-Teppich, der die Tänzer animiert, sich einzeln figurativ und/oder im Verbund mit anderen zu bewegen. So entstehen teils skulptural-verschlungene Gemeinschaftsköper, teils auseinanderbrechende Einzelfiguren. Aus einem Ineinander und Füreinander wird ein Nebeneinander bis Gegeneinander - und umgekehrt. Doch nicht der Umbruch steht dabei im Vordergrund, sondern vielmehr die Zeit davor, zuweilen auch danach, die erneut einen Umbruch ankündigen. Texte und Worte bleiben der nonverbalen (Tanz)Kommunikation untergeordnet. Allenfalls Obamas -Abschiedsrede in Chicago im Januar des Jahres zum Ende der Aufführung, bekommt größere Beachtung zugewiesen. Doch der deutlichste Hinweis auf Umbrüche in Leben und Gesellschaft im Zeichen von Kunst ist die Aufhebung von Zuschauer- und Bühnenraum, indem die Tänzer knapp zwei Dutzend Besucher samt deren Stühle zum Schlussbild in die Tanzmitte holen.

(RP)