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Duisburg: Kita-Streik: Erzieherinnen demonstrieren vor dem Rathaus

Duisburg : Kita-Streik: Erzieherinnen demonstrieren vor dem Rathaus

Mareike Paic liebt ihren Job, arbeitet seit 20 Jahren als Erzieherin, doch sie will endlich mehr Wertschätzung: Deshalb steht sie nun mit rund 350 Kollegen vor dem Rathaus. "Wir sind keine Basteltanten, wir sind Zukunftsgestalter." Und die wollen angemessen bezahlt werden. Der Streik wird erst einmal unbefristet fortgesetzt. Das stellt Helena Ossow vor Schwierigkeiten. Die Mutter einer Tochter ist Elternratsvorsitzende in der Kindertagesstätte (Kita) Obermarxloher Straße. Gemeinsam mit ein paar anderen Müttern und Kindern ist sie vors Rathaus gezogen, weil sie sich von der Stadt nicht unterstützt fühlt. "Momentan mache ich viele Minusstunden im Job, um die Betreuung zu gewährleisten." Die Stadt zieht für die erste Woche eine positive Bilanz: "Die Eltern waren sehr diszipliniert. Und selbst zehn nachgemeldeten Kindern konnten wir einen Platz vermitteln, weil nicht alle Eltern ihren Platz in Anspruch genommen haben", erklärt eine Stadtsprecherin. Thomas Keuer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Verdi, sieht sich an der Seite der Eltern - und plädiert dafür, ihnen die Gebühren zurückzuzahlen. Allerdings, so macht es den Eindruck, treffe der Streik die Stadt am wenigsten. "Die Stadt profitiert noch, weil sie die Löhne spart", bedauert Keuer. Doch es gebe eben keine andere Möglichkeit, um Druck zu erzeugen. Er hofft, dass es dem Oberbürgermeister irgendwann zu viel werde und dieser beispielsweise einen Brief an den Arbeitgeberverband schickt, damit dieser sich auf die Gewerkschaft zubewegt. So lange soll weiter gestreikt werden.

Am kommenden Dienstag sind übrigens auch die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, die in einem der 17 städtischen Jugendzentren arbeiten, zum Streik aufgerufen. Diese hatten bereits in den vergangenen Tagen ebenfalls die Arbeit niedergelegt.

(RP)