Problemhaus in Duisburg: Kirche: "Solidarität statt Eskalation"

Problemhaus in Duisburg : Kirche: "Solidarität statt Eskalation"

Am Wochenende war die Situation am sogenannten Problemhaus in Duisburg Bergheim eskaliert. Teilnehmer einer Bürgerversammlung wurden attackiert und als Nazis beschimpft. Jetzt meldet sich die Evangelische Kirche zu Wort. Mit einer Stellungnahme auf der Webseite des Kirchenkreises.

In einer Stellungnahme hat sich Ferdinand Isigkeit, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Moers, am Montag zu der Situation rund um das Problemhaus in Duisburg Bergheim zu Wort gemeldet. Die Kirchengemeinden in Rheinhausen gehören zum Kirchenkreis Moers.

Isigkeit kritisiert in seiner Stellungnahme, die er auf der Internetseite des Kirchenkreises veröffentlichte, die Eskalation am Haus In den Peschen 3-5 am vergangenen Wochenende und in der vergangenen Woche.

Wörtlich schreibt er unter anderem: "Wir bitten alle Beteiligten darum, sich nicht provozieren zu lassen und die gewalttätige Eskalation entgegengesetzter Kräfte während der vergangenen Tage nicht mitzumachen oder fortzuführen." Isigkeit geht in seiner Stellungnahme nicht näher darauf ein, doch mit dieser Aussage dürften auch die Vorkommnisse vom vergangenen Wochenende gemeint sein.

Eskalationen nach Bürgerversammlung am Wochenende

Am Freitagabend hatten Mitglieder der sogenannten "Antifa"-Bewegung Besucher einer Bürgerversammlung auf ihrem Heimweg als "Nazis" beschimpft und mit Eisenstangen und Pfefferspray attackiert. Da sich einige der Täter in das Problemhaus geflüchtet hatten, stürmte die Polizei das Haus mit 40 Beamten und nahm die mutmaßlichen Angreifer fest.

Aus der Politik gab es nach diesem Wochenende parteiübergreifende Forderungen nach einem Einschreiten der Ordnungsbehörden. Mit Hinblick auf eine geplante Demonstration der rechtsextremen Partei "Pro Deutschland" sehen sie die Sicherheit im Stadtteil Rheinhausen gefährdet.

Isigkeit fordert Solidarität mit den Bewohnern des Hauses In den Peschen ein. In Bezug auf die Fronten zwischen politisch extremen Gruppen schreibt er: "Rassismus und Gewalt (von allen Seiten) darf nicht sein und ist mit dem Willen Gottes nicht vereinbar."

Isigkeit bedankte sich zudem bei den friedlichen Teilnehmern der Nachtwachen: "Wir danken allen, die mit Nachtwachen, bei der Vorbereitung von Demonstrationen gegen rechtsgerichtete Gruppen, durch langfristige Teilnahme am Runden Tisch und Kultur- und Bildungsaktivitäten, die dem Miteinander von Alt- und Neubürgern dienen...", sagte er.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eskalation am Problemhaus Duisburg

(ac)
Mehr von RP ONLINE