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Kirche in Duisburg: Katholiken verzeichnen mehr Kirchenaustritte

Kirche in Duisburg : Katholiken verzeichnen mehr Kirchenaustritte

In Duisburg gibt es noch knapp 88.000 Katholiken. Alleine im vergangenen Jahr verlor das Stadtdekanat über 2500 Mitglieder. Der Stadtdechant glaubt, dass auch die anhaltende Missbrauchsdebatte ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen hat.

Am heutigen Freitag hat das Bistum Essen zeitgleich mit allen deutschen Bistümern sowie der evangelischen Kirche seine kirchliche Jahresstatistik für 2019 herausgegeben. Sie macht auch für Duisburg deutlich: Die Mitgliederzahlen sinken kontinuierlich weiter. Wegen stark gestiegener Austrittszahlen und nach wie vor deutlich mehr Verstorbenen als Getauften ist die Zahl der Katholiken im Bistum Essen im vergangenen Jahr um 15.811 auf knapp 740.000 zurückgegangen.  Im Stadtdekanat Duisburg zählte die katholische Kirche im vergangenen Jahr 88.688 Mitglieder. Allein im vergangenen Jahr haben die vier Duisburger katholischen Pfarreien im Bistum Essen mehr als zweieinhalb Tausend Mitglieder verloren. „Besonders schmerzhaft ist dabei der erneute Kirchenaustritt von mehr als 200 Menschen pro Duisburger Pfarrei im Bistum Essen“, bedauert Duisburgs Stadtdechant Roland Winkelmann.

Vergleicht man die Mitgliederzahlen für die Duisburger Pfarreien im Bistum Essen mit denen vor 10 Jahren, dann muss die katholische Kirche Duisburgs allein in den rechtsrheinischen Stadtteilen (außer Walsum) einen Mitgliederschwund von fast 16.000 Menschen verkraften. Neben dem Verlust durch Tod oder Wegzug hat die katholische Kirche Duisburgs in dieser Zeit jährlich auch zwischen 694 (2010) und aktuell 841 (2019) Mitglieder durch Kirchenaustritte verloren.

Gerade diese aktiven Austritte schmerzen die Kirche ganz besonders, sind sie doch mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem großen Teil auf die weiterhin anhaltende Diskussion um den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen zurückzuführen. „Aber auch die innerkirchlichen Auseinandersetzungen um Themen wie die fehlenden liturgischen Entfaltungsspielräume für Frauen und Verheiratete sowie die von vielen als unzeitgemäß empfundene Sexualmoral unserer Kirche dürften ihren Teil dazu beigetragen haben, dass uns immer mehr Menschen den Rücken kehren“, ist sich Duisburgs Katholikenratsvorsitzender Daniel Wörmann sicher. Man könne nur hoffen, dass hier mit dem nun eingeschlagenen synodale Weg der katholischen Kirche in ganz Deutschland neue Weichen gestellt werden können, die wieder zeigen, „welche wichtige Rolle Kirche im Leben jedes Einzelnen, aber auch gesellschaftlich spielen kann.“

„Gerade die letzten Wochen und Monate seit Beginn der Corona-Krise haben ja sehr deutlich gezeigt, welche Kraft Menschen aus dem Glauben ziehen können und auf wie viel tatkräftige Hilfe sich unsere Stadtgesellschaft auch durch die vielen Initiativen der katholischen Kirche in Duisburg verlassen konnten“, bekräftige auch Stadtdechant Roland Winkelmann im Rahmen der Vorstellung der Zahlen.

(th)