Duisburg: Kinderpornos: Neudorfer bekommt Bewährung

Duisburg : Kinderpornos: Neudorfer bekommt Bewährung

Strafrichterin findet für den bislang nicht vorbestraften 50-Jährigen im Urteil allerdings deutliche Worte.

Auf elektronischem Wege hatte die Polizei im Herbst 2013 einen 50-jährigen Neudorfer als Nutzer kinderpornografischer Seiten im Internet ausgemacht. Bei einer Hausdurchsuchung der Ermittler im Oktober 2013 war umfangreiches Material bei dem Mann gefunden worden. Vor dem Amtsgericht Stadtmitte bekam er dafür gestern eine deutliche Quittung.

Auf dem Rechner, mehreren Festplatten und einem Stapel CDs waren einschlägige Filme und Fotos gefunden worden. Aufnahmen, die laut Anklage "alleine der sexuellen Erregung pädophil Veranlagter dienten". Vor der Strafrichterin legte der bislang nicht vorbestrafte Hausverwalter ein rückhaltloses Geständnis ab. "Das war Mist. Ich weiß bis heute nicht, warum ich das gemacht habe." Inzwischen, so der Verteidiger, habe der Angeklagte sich um eine Sexualtherapie bemüht.

Die Einsicht und Reue des Angeklagten konnte die Richterin nicht davon abhalten, dem 50-Jährigen deutliche Worte mit auf den Weg zu geben: "Sind sie sich eigentlich dessen bewusst, was sie da getan haben und welch unendliches Leid den Kindern zugefügt wird?" Ohne Menschen wie den Angeklagten gebe es keinen Markt für solches Material, so die Richterin. "Hinter jedem Bild steckt ein gequältes Kind."

Der Staatsanwalt hatte angesichts der für den Angeklagten sprechenden Faktoren - nicht vorbestraft, geständig und einsichtig - sechs Monate auf Bewährung sowie eine Geldbuße gefordert. Die Richterin überstieg diesen Antrag im Urteil. Sie setzte eine einjährige Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. Obendrein muss der 50-Jährige 5000 Euro Geldbuße zahlen - auf das Konto des Kinderschutzbundes.

(RP)
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