Kindernothilfe Duisburg verschönert U-Bahn-Haltestelle am Sittardsberg

Aktion der Kindernothilfe : Kinder verschönern U-Bahn-Haltestelle am Sittardsberg

Vier Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums trafen sich zu einer Aktion der Kindernothilfe am Sittardsberg.

In pink, blau, grün und gelb waren die T-Shirts der Kindernothilfe Duisburg, die die vier Schülerinnen und Schüler aus der 6., 7. und 8. Klasse des Landferman-Gymnasiums an diesem sonnigen Septembermorgen anzogen. Mitten unter ihnen freute sich der Berliner Künstler Aleks van Sputto, dass sie nun mit farblich passenden Sprays als Graffiti-Kunst den Wahlspruch der Kindernothilfe auf das fade braune Mauerwerk anbringen dürfen. Der Slogan „Kinder haben Rechte“ wurde gestern aufgesprüht – und zwar in vier Sprachen.

Amina (12), Ali (11), Maya (13) und Fiza (13) haben noch nie mit Spray gearbeitet. „Wir freuen uns auf diese coole Aktion“, rufen sie. „Dürfen wir die Original-Töne hier aufnehmen und in unserem Schul-Podcast bringen?“ fragt Fiza, deren Eltern aus Pakistan stammen. Aber klar. Diese Aktion der Kindernothilfe, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert, ist ebenso bunt wie die vielen Spraydosen, die in den Pappkartons auf ihren Einsatz warten. Gleichzeitig feiert die UN-Kinderrechtskonvention ihr 30-jähriges Bestehen.

In vier Sprachen wird der Slogan „Kinder haben Rechte“ rechts und links vom Ein- und Ausgang der U-Bahnhaltestelle Am Sittardsberg aufgesprüht. „Wir haben uns für die vier Geschäftssprachen entschieden, die wir in unserem Einsatzgebiet am häufigsten verwenden: Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch“, erklärt Vorstandssprecherin Karin Weidemann.

Gleichzeitig verteilt Angelika Böhling, die Pressesprecherin der gleich gegenüberliegenden Kindernothilfe, ein kleinformatiges „Robinson-Lexikon“, das über die Rechte aufklärt, auf das sich die Vereinten Nationen 1989 geeinigt haben. Immerhin sind darin 38 aufgelistet, die meisten kommen jedem Westeuropäer sehr eindeutig vor. Etwa Artikel 19: „Niemand darf dir körperlich oder seelisch wehtun“. Auch Artikel 22 bedarf keiner Erklärung: „Im Krieg oder auf der Flucht hast du das Recht auf besonderen Schutz und Hilfe“.

„Wir haben uns für die Farben der Kindernothilfe entschieden, nämlich Rot, Pink, Grün, Gelb und Blau“, erklärt Künstler Aleks van Sputto (37). Für den inzwischen in Berlin lebenden Künstler ist es ein Heimspiel. Erstens, weil er seit Jahren in Workshops und Aktionen der Kindernothilfe mitarbeitet, und zweitens, weil er in Essen aufgewachsen und an der Universität Duisburg-Essen studiert hat. Der dreifache Vater kann gut mit Kindern umgehen, zeigt ihnen auf Augenhöhe, warum sie beim Aufsprühen der Farben eine Atemschutzmaske tragen sollen und in welchem Winkel sie genau die Spraydosen an die Wand halten müssen, damit die Farbe gut haftet.

Nach etwa eineinhalb Stunden ist die Verschönerungsaktion beendet. Alle, die nun den U-Bahnhof an der Haltestelle der Linie U 79 betreten, können die Außenwand bewundern. Und sich dabei Gedanken darüber machen, welche Rechte Kinder auch in der westlichen Welt haben.

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