Duisburg: Kinder werden zu kleinen Forschern

Duisburg: Kinder werden zu kleinen Forschern

Im Kindergarten am Kalkweg führen die Kinder regelmäßig Experimente durch. Dadurch soll bei ihnen auf spielerische Weise Interesse an Naturwissenschaften geweckt werden.

Dass die schwarze Farbe eines Filzstiftes in viele andere Farben zerlegt werden kann, überraschte neben den Kindern der Kita am Kalkweg auch Bärbel Bas. "Rot war aber nicht dabei", scherzte die SPD-Bundestagsabgeordnete. Der Kindergarten am Kalkweg ist eine von 14 Einrichtungen der Stadt Duisburg, die sich "Haus der kleinen Forscher" nennen dürfen. Diese zertifizierten Kindergärten legen neben der Betreuung der Kinder Wert auf eine frühkindliche Bildung in Naturwissenschaften.

Für Bärbel Bas war der gestrige Besuch eine Besonderheit in ihrem Terminkalender. Niemand fragte sie nach Wahlprogrammen, und im Gegensatz zu sonstigen Veranstaltungen stand sie auch nicht im Mittelpunkt. Im Fokus waren die Kinder der Kita am Kalkweg, die zusammen mit Bas an einem kleinen Tisch saßen und fleißig experimentierten. Mit ihren weißen Kitteln, die sie trugen, sowie den Reagenzgläsern in den Händen wirkten sie wie kleine Wissenschaftler. Und sie waren mindestens genauso konzentriert bei der Arbeit wie ihre großen Kollegen.

Eike Stolberg, Erzieherin und Leiterin des Projektes, beaufsichtigte die Kinder bei der Durchführung ihrer Versuche. "Es geht nicht um das Ergebnis, viel wichtiger sind die Erfahrungen, die die Kinder machen", erklärte sie. Bei dem Experiment "Das geheimnisvolle Schwarz" sollten die Kinder die Farbe eines schwarzen Filzstiftes mit Hilfe von Wasser in andere Farben zerlegen. Dem fünfjährigen Simon machte das Experiment sichtlich Spaß. Stolz zeigte er, wie die schwarze Acht, die er gemalt hatte, blau wurde. "Erst musst du ein Bild malen, dann machst du Wasser auf das Bild, und danach ist es fertig", erklärte er den Ablauf des Experimentes.

  • Schermbeck : Naturwissenschaften machen Kindern Spaß

Durch das Projekt wird bei den Kindern nicht nur Interesse an Naturwissenschaften geweckt, sondern sie eignen sich weitere Kompetenzen an, wie Sabrina Hölscher, Koordinatorin des Projektes in Duisburg, berichtete: "Die Kinder erhalten durch die Experimente Kompetenzen in Sprache, Motorik und Sozialverhalten." Die Rückmeldungen zu dem Projekt seien sehr gut, erzählte sie weiter. Eltern seien begeistert, und auch Lehrer zeigten sich beeindruckt, wenn die kleinen Forscher an die Grundschulen kämen und überdurchschnittliches Interesse am Unterricht zeigten.

Nach erfolgreicher Absolvierung des Experimentes gab es für die Kinder gestern Süßigkeiten zur Belohnung. Immerhin haben sie fast eine Stunde hochkonzentriert geforscht. Für Bärbel Bas ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für frühkindliche Bildung. "Besonders in den Naturwissenschaften brauchen wir Fachkräfte, und auf diese Weise werden die Kinder spielerisch an das Thema herangeführt", lobte sie das Engagement der Einrichtung.

(RP)
Mehr von RP ONLINE