Duisburg: Kinder bringen Leben ins Altenheim

Duisburg : Kinder bringen Leben ins Altenheim

Im städtischen Seniorenzentrum an der Lindenallee gibt es Spielnachmittage mit Grundschülern. Allen tut das freundschaftliche Miteinander gut. Der Umgang mit den Kindern lässt sogar Demenzkranke aufleben.

rheinhausen Im städtischen Seniorenzentrum an der Lindenallee 23 herrscht Vorfreude. Für die kleinen Gäste, die gleich eintreffen werden, ist schon alles vorbereitet. Die Bewohner des Pflegeheims erwarten ihre jungen Spielkameraden zum nachmittäglichen gemeinsamen Spielen. Bei Sonnenschein, wie an diesem Tag, gerne auch im Freien, auf der Terrasse.

Seit drei Jahren besteht das Angebot für die Senioren, an vorher abgesprochenen Nachmittagen mit Grundschülern aus der Umgebung Gemeinschaftsspiele zu spielen. Die Idee für dieses generationenübergreifende Projekt hatte Petra Melulis-Stetter, die mit drei weiteren Kolleginnen für die Freizeitgestaltung der Heimbewohner zuständig ist. Leider konnte sich bisher kein fester Termin etablieren, doch ist die Freude, wenn es dann mal wieder klappt, dafür immer umso größer.

Große Fortschritte

„Der Nachmittag ist, entgegen vieler anderer Freizeitaktivitäten, für die Bewohner aus allen vier Wohnbereichen gleichermaßen geeignet“, erklärt Melulis-Stetter. Allen tut das freundschaftliche und aufmerksame Miteinander gut, so die Initiatorin. „Wir stellen sogar bei den Demenzkranken im Umgang mit den Kindern große Fortschritte fest. Irgendwie löst ihre Anwesenheit etwas aus, dass das Langzeitgedächtnis wieder zum Arbeiten bringt“.

Der kleine Til Bruszies geht jetzt in die dritte Klasse der Grundschule in Bergheim und ist schon seit seiner Einschulung mit von der „Spiel-Partie“. „Mensch ärger dich nicht“ sei sein Lieblingsspiel, sagt der aufgeweckte Junge. „Manchmal helfe ich den alten Damen auch und lasse sie gewinnen“, gibt er leise flüsternd zu.

Alle Spiele des Seniorenzentrums sind speziell auf alte Menschen ausgerichtet. So sind beispielsweise Spielfiguren nicht in der konventionellen Größe von 2,5 Zentimetern, sondern etwas mehr als doppelt so groß. Und auch die Würfel und Dominosteine sind im XXL-Format und haben besonders gut sichtbare Punkte. „Leider sind in diesem Jahr viele der Schüler auf die weiterführenden Schulen gewechselt und können nicht mehr am Spieltreffen teilnehmen“, erklärt Melulis-Stetter. Zwar kommen besonders zu St. Martin und in der Weihnachtszeit häufiger Schulklassen und Kindergartengruppen zu Besuch, doch tut das „alltägliche Beisammensein“ beim gemeinsamen Spielen vielen alten Menschen sehr gut.

Nicht selten hört man Geschichten von Kindern und Enkelkindern, die aufgrund von Berufstätigkeit, oder anderer Gründe nicht häufig zu Besuch kommen können. Umso lieber sieht man die „Spielkinder“ an der Lindenallee. „Alle genießen die Treffen sehr und freuen sich schon auf das nächste Mal, wenn es heißt: Die Kinder kommen!“

(RP)