KG Blau-Rot Sonniger Süden feiert Jubiläum

KG Blau-Rot Sonniger Süden : Mit 66 ist noch lang nicht Schluss

Die KG Blau-Rot Sonniger Süden feierte ihr närrisches Jubiläum am Wochenende gleich doppelt. Präsident Willi Garohn leitete seine letzte Prunksitzung.

Wenn eine Karnevalsgesellschaft sechs mal elf Jahre alt wird, dann ist das ein guter Grund, es einmal so richtig krachen zu lassen. Der Sonnige Süden tat das am Wochenende gleich doppelt. Freitagabend nahmen die Blau-Roten in der Pausenhalle der Schule an der Falkstraße Gratulationen geladener Gäste entgegen. An gleicher Stelle bot der Verein nur 24 Stunden später einem feierlustigen Publikum im restlos ausverkauften Saal ein langes, aber keineswegs langweiliges Programm.

„In einer so langen Vereinsgeschichte gibt es Höhen und Tiefen“, so Präsident Willi Garohn beim Jubiläumsempfang. „Aber jedem Tief folgt ein Hoch. Und seit einer Weile sind wir deutlich in der Aufwärtsbewegung.“ Was man nicht nur an den vielen jungen Mitgliedern und den beeindruckenden Leistungen der Tänzerinnen der Gesellschaft erkennen konnte, sondern auch an einem kleinen, aber feinen Detail: Blau-Rot übernahm die Rechnung für den Imbiss und sämtliche Getränke aller Gäste. In Duisburg ist das angesichts der eher kurzen Finanzdecke vieler Vereine längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Schade allerdings, dass diese freundliche Geste nur Vertreter von rund zwei dutzend Duisburger Gesellschaften erreichte. Insbesondere in einigen größeren Vereinen schienen Vorstandsmitglieder an einem Freitagabend Wichtigeres zu tun zu haben, als mit Freunden zu feiern.

Es erwies sich als vortreffliche Entscheidung des Vorstands, die bei solchen Anlässen unvermeidliche Laudatio den Senatoren der Gesellschaft zu überlassen. Thor­sten Maas und Detlev Jakob hoben mit einem Augenzwinkern die vielen Vorzüge der Gesellschaft hervor. Ein humoriger Werbeblock, der manchen Manager vor Neid erblassen lassen könnte.

Nach den vielen Freitagsreden stand am Samstag Feiern auf dem Plan. Und das fiel angesichts des hochklassigen Programms leicht: Die Eigengewächse des Vereins zeigten hinreißende tänzerische Darbietungen, herrlich schräge musikalische Grüße schickten die Ruhrpott-Guggis, und beste Party-Musik lieferte das Duo mit dem seltsamen Namen „Stark reduzierte Einzelstücke“. Ein Meister seines Fachs zeigte, wie man noch zu später Stunde ein gut gelauntes Publikum zum Zuhören bringt; für Bauchredner Peter Kerscher und Kuh Dolly anscheinend eine leichte Übung. Pointen schossen in alle Richtungen. Auch Donald Trump war ein Ziel. „Die Mexikaner wollen die Mauer“, wusste Kuh Dolly. „Aber nur unter der Bedingung, dass der Bau vom gleichen Planungsbüro geleitet wird, das für den Berliner Flughafen zuständig ist.“

Zu toppen war das nur noch von einem Programmpunk: der traditionellen Show des Elferrats. Auf höchst vergnügliche Weise interpretierten die jungen Männer prominentes Liedgut aus der langen Vereinsgeschichte des Sonnigen Südens und nahmen dabei sich selbst und alles, was bei 3 nicht auf dem Baum war, auf den Arm.

Für Präsident Willi Garohn war es nach über 40 Jahren an der Spitze des Vereins die letzte von ihm geleitete Prunksitzung. Für seine Lebensleistung gab es Lob und Dank vom Hauptausschuss Duisburger Karneval und vom Bund Deutscher Karneval. Das Publikum feierte den scheidenden Präsidenten mit einer krachenden Rakete und stehenden Ovationen. Willi Garohn war gerührt und fassungslos: „Und ich dachte, ich könnte einfach so gehen.“

(bm)
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