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Duisburg: Keine schnelle Lösung für die Altstadt in Sicht

Duisburg : Keine schnelle Lösung für die Altstadt in Sicht

Wer dieser Tage die Duisburger Altstadt betreten will, muss beinahe zwangsläufig an einer der auffälligen Baustellen vorbei. Zum halbfertigen Stadtfenster und dem Bauloch an der Steinschen Gasse kommen "hoher Leerstand, Verfall und Verwahrlosung", wie die Interessengemeinschaft Duisburg Altstadt Süd bemängelt.

Die IG-Mitglieder und Bewohner des Viertels hatten in den Kleinen Prinz eingeladen, um den Anwohnern die Möglichkeit zu geben, sich über die Zukunft der Altstadt zu informieren — und den Politikern die Chance eingeräumt, Pluspunkte für die Kommunalwahl zu sammeln. Eine "gewisse Szene" sorge dafür, dass "man sich als Frau nachts nicht mehr auf die Straße" traut, bedauerte Hauseigentümerin Silvia Marczak. Spielhallen und das Gewerbe der Vulkanstraße, das seine Fühler in Richtung Altstadt ausstreckt, sind den Bewohnern ein Dorn im Auge.

Auch das "offene Geheimnis" über die hohe Präsenz der Drogenticker-Szene veranlasste Marczak dazu, mehr Polizeipräsenz im Quartier zu fordern. Immobilienbesitzerin und Gewerbetreibende Sabina Zang pflichtete ihr bei. "Ich mache mir Sorgen um mein Eigentum, all die Probleme wirken sich ja negativ auf den Mietpreis aus". Genauso störend empfindet Zang den Lkw-Verkehr. "Wer will denn hier wohnen?", fragte sie sich, denn trotz der geografischen Nähe zum Vorzeigeviertel Innenhafen bekommt die Altstadt keinen Glanz des beliebten Nachbarn ab. Wer sich von der Diskussion konkrete Pläne und Antworten erhofft hatte, wurde, zumindest größtenteils, enttäuscht. Auf dem Podium tummelten sich Vertreter von FDP, AfD, CDU, Junges Duisburg, der Bürgerlichen Liberalen, Grüne, Die Partei und den Linken.

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Während sich die einen mit Taten vergangener Tage, gerne auch in ganz anderen Stadtteilen, brüsteten, pflichteten die anderen den Bürgern in ihren "Wutpunkten" bei. Den hohen Leerstand betreffend schlug zum Beispiel die AfD vor, es der Stadt Essen gleichzutun und das alte C&A-Gebäude an Primark zu vermieten. Einig, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, wurden sich die Politiker darin, dass die Stadtverwaltung nicht "zwangsvermieten" könne — wohl aber attraktive Rahmenbedingungen für Mieter schaffen kann.

"Junges Duisburg" pochte auf ein "Kreativquartier" mit Bars und Cafés und brachte das Wortungetüm "Aufenthaltsqualität" ins Spiel. Manfred Osenger wurde von Moderator Lars Hoffmann gebremst, als er von den Errungenschaften im Viertel sprach. "So richtig ist hier noch nichts passiert", erklärte Hoffmann, der erfrischend direkt mit dem Reizthema umging. Ein "Quartiermanager" soll sich wie berichtet mit den Bewohnern bekannt machen und ein Konzept entwickeln, das dem Stadtteil wieder auf die Beine hilft. Ein Lichtblick, ja — aber kein Wunderheiler, stellte ein Anwohner klar.

(jos)