Duisburg: Keine Schließungen bei St. Johann

Duisburg : Keine Schließungen bei St. Johann

Der Pfarreientwicklungsprozess des Bistums Essen im Duisburger Norden gestaltet sich moderat. Lediglich 2,17 Personalstellen werden durch sogenannte natürliche Fluktuation bis 2030 abgebaut.

So spektakulär und einschneidend wie in den Duisburger Kirchengemeinden St. Michael und St. Judas Thaddäus, wo es um Personalabbau und Kirchenschließungen geht (die RP berichtete), vollzieht sich der katholische Pfarreientwicklungsprozess (PEP) des Bistums Essen in der Probsteipfarrei St. Johann im Duisburger Norden offensichtlich nicht. In dem bis 2030 angelegten PEP-Verfahren sind neben einer Reihe pastoraler Veränderungen nur minimale wirtschaftliche Einschnitte vorgesehen. Das wurde jetzt auf einer öffentlichen Pfarrversammlung im Abteizentrum der Probstei St. Johann in Hamborn verkündet. Lediglich 2,17 Personalstellen werden durch sogenannte natürliche Fluktuation bis dahin abgebaut, während Kirchenschließungen bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen sind. Einzig die Kirche St. Franziskus im Stadtteil Ostacker soll ab dem Jahr 2025 möglicherweise einer anderen Nutzung zugeführt werden.

St. Norbert in Hamborn. Foto: Probst Andreas

Nach zweijähriger Arbeit am bisherigen PEP-Verfahren hat die katholische Pfarrei St. Johann, vertreten durch ihre Koordinierungsgruppe, allen voran Pfarrer Abt Albert und Gemeindereferentin Petra Cruse, jetzt die Ergebnisse zum aktuellen Stand des Pfarreientwicklungsprozesses den dortigen Gemeindemitgliedern vorgestellt. Über 100 Menschen waren gekommen und lauschten interessiert den bildunterstützten Ausführungen. Die verpflichtende Abgabe eines entsprechenden Votums der Hamborner Abteikirche beim Bistum Essen versteht die Koordinierungsgruppe zugleich als Chance, auf die gesellschaftlichen und gemeindlichen Veränderungen im Duisburger Norden zu reagieren. Insofern führe diese Herausforderung zwangsläufig zu einer pastoralen Neuausrichtung, betonte Cruse.

St. Barbara im Röttgersbach. Foto: Probst Andreas

In dieser Hinsicht sollen vor allem die Schwerpunkt-Themen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Vernetzung und das Ehrenamt sowie die sozialpastorale Arbeit im Vordergrund des Veränderungsprozesses stehen. "Das Votum ist nicht in Stein gemeißelt ... es darf weiterentwickelt werden", hieß es abschließend dazu auf einer Präsentationsfolie. Anders sieht die Situation bei den wirtschaftlichen Perspektiven aus: Bereits 2012 hatte das Bistum verfügt, dass die Pfarreien St. Norbert und St. Johann sich zu einer Pfarrei vereinen sollen. Außerdem sollten für die Kirchen St. Norbert, St. Konrad und St. Barbara keine Finanzmittel mehr aus dem Pfarrhaushalt zur Verfügung gestellt werden. Die Fusion hatte 2015 stattgefunden und damit die Rettung der Kirche St. Norbert. St. Konrad ist inzwischen verkauft. Und St. Barbara wird seitdem über einen Förderverein finanziert. Einzig die Absicht, für die Kirche St. Franziskus mittelfristig eine Umnutzung zu entwickeln, ist eine Entscheidung, die im Rahmen von PEP neu getroffen wurde.

Und so geht es weiter: Bis Anfang Juni noch nimmt die Koordinationsgruppe Änderungs- beziehungsweise Ergänzungshinweise zum laufenden PEP-Verfahren entgegen. Dann, am 7. Juni, führen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand einen Beschluss herbei. Am 22. Juni wird das endgültige Votum auf einer Abschlussveranstaltung allen am Prozess Beteiligten vorgelegt, weil bis zum 30. Juni das Votum St. Johann beim Essener Generalvikariat vorliegen muss. Mit einem Bescheid durch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck rechnet die Pfarrei erst gegen Ende September. Danach soll Stück für Stück mit der PEP-Umsetzung begonnen werden.

(RP)