Kommentar: Keine Nachfrage nach Wohnraum

Kommentar : Keine Nachfrage nach Wohnraum

Die Pläne hören sich zunächst einmal sehr gut an. Mehrgenerationenwohnen in energetisch sanierten, barrierearmen, lichtdurchfluteten, von Asbest befreiten Wohnungen. Größe und Ausstattung frei wählbar – je nach Größe des Geldbeutels. Gemeinschaftsräume, Café, Kiosk, Frisör und ein Concierge, der für die Sicherheit der Bewohner sorgt. Wenn das wirklich alles so kommen sollte, besteht wohl kaum die Gefahr, dass das Hochhaus ein zweites "Problemhaus" wie In den Peschen wird.

Die Pläne hören sich zunächst einmal sehr gut an. Mehrgenerationenwohnen in energetisch sanierten, barrierearmen, lichtdurchfluteten, von Asbest befreiten Wohnungen. Größe und Ausstattung frei wählbar — je nach Größe des Geldbeutels. Gemeinschaftsräume, Café, Kiosk, Frisör und ein Concierge, der für die Sicherheit der Bewohner sorgt. Wenn das wirklich alles so kommen sollte, besteht wohl kaum die Gefahr, dass das Hochhaus ein zweites "Problemhaus" wie In den Peschen wird.

Aber es stellt sich die Frage: Ist die Nachfrage überhaupt da? Werden sich genügend Mieter für die 350 Wohnungen finden, so dass sich die Investition für den neuen Eigentümer auch lohnt? Er scheint fest davon überzeugt und hofft wohl, dass es ähnlich läuft wie beim benachbarten Roten Riesen: nämlich, dass viele Menschen aus den umliegenden Hochhäusern und dem näheren Wohnumfeld sich dazu entscheiden, ein bisschen mehr Geld für die Miete auszugeben und dafür einige Annehmlichkeiten mehr zu haben. Das ist im Grunde die einzige Chance.

Denn ein Bericht der Duisburger Stadtplaner hat ja gerade erst gezeigt: Hochheide — und speziell das Hochhausviertel — verliert immer mehr Einwohner, immer mehr Wohnungen stehen leer. Bedarf an neuem Wohnraum besteht da schon mal gar nicht. Die Stadt würde die Hochhäuser am liebsten abreißen lassen und hätte das wohl auch schon längst getan — wenn das Geld dazu da wäre. Gerade sind die Stadtplaner dabei, einen neuen Anlauf in der Sache zu nehmen und Fördermittel zu generieren. Wie das mit den ambitionierten Plänen von Altro Mondo vereinbar ist, das ist die große Frage. skai

(RP)