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Duisburg: Keine Lösung für die Bahnsicherung

Duisburg : Keine Lösung für die Bahnsicherung

Die Rheinbahn drückt auf die Tube, aber Duisburg hat kein Geld für eine gemeinsame Ausschreibung.

Dröges Thema: Doch von dem neuen Sicherungssystem im U-Bahn-Tunnel hängt ab, ob beispielsweise die Pendler auch künftig durchgehend mit der U 79 von Duisburg nach Düsseldorf und zurück fahren können. Wie berichtet muss die alte Technik hier wie auch in der Nachbarstadt ersetzt werden. Während die Düsseldorfer Rheinbahn (als Eigentümerin, bei uns ist es die Stadt) allerdings die dafür erforderlichen Millionen aufbringen kann, tut sich Duisburg damit mehr als schwer. Die Düsseldorfer würden am liebsten jetzt ausschreiben, um im kommenden Sommer die Aufträge vergeben zu können. Und Duisburg bittet immer wieder um Aufschub. Obwohl eine gemeinsame Ausschreibung nicht die Zustimmung des Rates erfordert, halten die Duisburger die Rheinbahn angeblich jetzt damit hin, dass das Thema auf die Tagesordnung des Stadtrates am 9. Dezember gesetzt werden soll. Die Düsseldorfer sind nicht begeistert. Je weiter sich die Entscheidung in den feiertagsreichen Dezember schiebt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass ihr Zeitplan einzuhalten ist. Und desto geringer wird die Bereitschaft, auf die Befindlichkeiten des Nachbars Rücksicht zu nehmen.

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Zuletzt wurden die RheinbahnVerantwortlichen damit hingehalten, dass man in Duisburg versuchen wollte, die Sicherungstechnik der Duisburger Verkehrsgesellschaft zu übertragen. Sie hätte dann die auf rund 40 Millionen Euro geschätzten Kosten für das neue System - wie auch immer - stemmen müssen. Diese Idee ist wohl vor allem wegen des Vetos des Stadtkämmerers vom Tisch. Weil auch andere Überlegungen aus Duisburg nicht realisierbar waren, die aber das ganze Verfahren verzögerten, haben die Düsseldorfer sozusagen "den Papp auf". Die Duisburger hingegen fühlen sich ohne Not unter Zeitdruck gesetzt und argumentieren, dass ihr Sicherungssystem anders als in Düsseldorf noch für ein paar Jahre ausreiche.

Sollte die Rheinbahn aber einen eigenen Weg unabhängig von Duisburg einschlagen, drohen nach jetzigem Stand zwei Szenarien: Das Schlimmste wäre, dass die Düsseldorfer auf der U 79-Strecke eine neue Technik einbauen, die mit dem alten System in Duisburg nicht kompatibel ist. In diesem Fall würden die Bahnen nur noch bis zum Froschenteich fahren können und Duisburg wäre abgehängt.

Das zweite Szenario: Die Düsseldorfer schreiben die neue Technik für beide Streckennetze aus und vergeben im Sommer die Aufträge. Dazu müsste die Rheinbahn allerdings die Garantie haben, dass die Duisburger rechtzeitig das Geld zusammen haben. Eine solche Zusicherung ist nicht in Sicht. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr würde es begrüßen, wenn die Düsseldorfer sich für ein System entscheiden, das im gesamten Verbundgebiet einsetzbar ist. Denn auch andere U-Bahn-Städte im Revier haben das Problem der veralteten Technik. Sie alle haben damals ihre Bahnschienen unter anderem darum in die Erde verlegt, weil das Land diese Neubaumaßnahmen mit 80 Prozent (für die Erneuerung gibt es nur 20 Prozent) förderte und somit für vergleichsweise kleine kommunale Beträge große Umbaumaßnahmen in den Citys möglich wurden.

(RP)