Duisburg: Keine Genehmigung für Wagenbauhalle

Duisburg : Keine Genehmigung für Wagenbauhalle

Die KG Südstern Serm braucht eine neue Halle, in der die Karnevalisten die Wagen für den Zug bauen können. Aber bislang erlaubt die Stadt das nicht: Der Bauplatz liegt im Landschaftsschutzgebiet.

Drei Viertel der nötigen Summe hat die KG Südstern Serm schon zusammen für ihre Wagenbauhalle. Doch jetzt haben die Jecken die Nachricht bekommen: Den Antrag auf Baugenehmigung hat die Stadt abgelehnt. Denn: Das Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet. Da dürfen die Narren zwar ihre Wagen stehen haben - aber nicht bauen.

"Das haben wir einfach nicht gewusst", bekennt der Präsident der KG Südstern, Bernd Baumann. Das Gebiet wurde 2009 unter Landschaftsschutz gestellt. "Das lag vielleicht irgendwo aus, aber uns Sermern war das einfach nicht bekannt." Natürlich bleiben die Karnevalisten in der Angelegenheit trotzdem am Ball, mit den städtischen Ämtern sind sie im Dauerkontakt. Die KG musste bereits auf eigene Kosten ein Gutachten zur Artenschutzprüfung in Auftrag geben.

Die Karnevalisten sind auf ihre geplante neue Wagenbauhalle angewiesen. Denn durch den Rückgang der Landwirtschaft in Serm steht auch manche Scheune, die für den Bau der Motivwagen für den Sermer Karnevalszug über viele Jahre genutzt wurde, nicht mehr zur Verfügung. "Früher gab es vier bis fünf Höfe, die uns ihren Platz für den Wagenbau zur Verfügung gestellt haben." Derzeit hat die KG Südstern noch eine Gnadenfrist: Auf dem Petershof genießt sie in der aktuellen Session Asyl. Dort werden die Wagen für den beliebten Karnevalszug (am 11. Februar) fertiggestellt. "Aber danach ist endgültig Schluss", erläutert Baumann.

Die Sermer Jecken dachten, dieses Problem gelöst zu haben. Da sie die Schwierigkeiten in Sachen Wagenbau auf den Verein zukommen sahen, beschlossen die Karnevalisten schon im Jahr 2012, selbst eine Wagenbauhalle zu bauen. Vom Bauplatz her schien das auch kein Problem zu sein, denn schließlich gehört der Karnevalsgesellschaft ja der Festplatz am Breitenkamp, der sogenannte Kasselle-Pitter-Platz. Die benötigten Finanzmittel hoffte man, durch eine Spendenaktion zusammenzubekommen.

Das gelang auch problemlos. "Die avisierten 100.000 Euro waren der Betrag, bei dem auch die Mehrwertsteuer berücksichtigt war", erklärt der Südstern-Präsident. Bisher sind mehr als 70.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. "Damit wäre die Bau-Finanzierung gesichert", sagt Baumann. "Wir brauchen 86.000 Euro, das ist aber machbar, da uns weitere Beträge noch zugesagt sind, sobald die Baugenehmigung vorliegt."

Aber gerade die ist im Moment das große Problem. Zur Überraschung aller erhielt die KG Südstern nach Einreichen der Unterlagen von der Stadt Duisburg die Auskunft, dass die Errichtung einer Wagenbauhalle auf dem Festplatz nicht genehmigt werden könne. Grund: Das Gelände, auf dem nicht nur die Jecken ihre Karnevalsveranstaltungen durchführen, sondern auch die örtliche Schützenbruderschaft das große Festzelt für die Brauchtumspflege nutzt, liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Es erstreckt sich südlich der B 288 zwischen Serm und Mündelheim.

Baumann würde lieber heute als morgen mit dem Bau beginnen: "Eine Wagenabstellhalle würde genehmigt, wir nutzen ja für den Zug landwirtschaftliche Fahrzeuge, das ist dort erlaubt." Aber mit einer reinen Abstellhalle ist den Südsternen nicht gedient. Dort auch Motivwagen bauen zu dürfen, wird das große Problem.

In dem Zusammenhang stellt sich aber auch die Frage, was beim Weiterbau der A 524 auf Sermer Gebiet geschieht: "Dann greift man ja ebenfalls in das bestehende Landschaftsschutzgebiet ein."

(RP)
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