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Duisburg: Keine alltägliche Strafe für 19-Jährigen

Duisburg : Keine alltägliche Strafe für 19-Jährigen

Im Internet lernte ein junger Mann aus Duisburg eine Schülerin kennen und verabredete sich mit ihr. Schon nach dem ersten Treffen gab sie zu, dass sie erst 13 Jahre alt ist. Weil der zur Tatzeit 19-Jährige trotzdem mit ihr intim wurde, musste er sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht verantworten.

Die beiden hatten sich im Internet kennengelernt, angefreundet und später mehrfach getroffen. Die 13-Jährige war einige Male über Nacht bei dem Duisburger geblieben und hatte sich in ihn verliebt. Aus einem Brief des Mädchens ergab sich, dass die Initiative von ihr ausgegangen war. Der Angeklagte gab an, er sei immer noch mit dem Mädchen befreundet, treffe sie aber nicht mehr. Das Verhältnis war aufgefallen, weil der Bruder des Mädchens den Austausch im Internet verfolgt hatte. Weil sie zu Hause Ärger bekam, hatte sie dem Duisburger einen Abschiedsbrief geschrieben.

Zwar müsse man Kinder in besonderer Weise schützen, sagte der Richter vor dem Jugendschöffengericht. Die Frage sei aber auch, wie man erzieherisch auf den Angeklagten einwirken könne. Er sei nämlich noch nach dem Jugendgesetz zu verurteilen. Dabei stehe der Erziehungsgedanke des Täters im Vordergrund. Sozialstunden seien hier nicht angemessen. Die vom Anwalt des Angeklagten vorgeschlagene Lösung war nicht ganz alltäglich, gab der Richter zu. Dennoch eine Variante, mit der sich das Gericht anfreunden konnte: Der Duisburger wurde verwarnt und muss nun einen "Besinnungsaufsatz" schreiben. Darin soll er über sein Verhalten reflektieren. So glimpflich kam er davon, weil er in der Vergangenheit noch nicht straffällig geworden ist. Es seien auch keine neuen Straftaten zu erwarten, glaubten alle Beteiligten. Zum Abschluss mahnte der Richter: "Augen auf, gerade im Internet!"

(RP/rl)