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Duisburg: Kein Mut zur Qualität

Duisburg : Kein Mut zur Qualität

Im Zusammenhang mit den Plänen für das Möbelzentrum auf dem Güterbahnhofsgelände hat der Einzelhandelsverband schwere Vorwürfe gegen die Politik erhoben. Sie verstoße bewusst gegen ihr eigenes Konzept.

In der Politik scheint das Höffner-Möbelzentrum weitgehend auf Zustimmung zu stoßen. So stimmten die Vertreter der Bezirksvertretung Mitte in der vergangenen Woche ohne große Diskussion dem geänderten Bebauungsplan zu. Das rief jetzt den Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Niederrhein auf den Plan. "Wieder verstößt die Stadt bewusst und wider besseres Wissen gegen ihr Einzelhandels- und Zentrenkonzept und den Orientierungsrahmen des Landesentwicklungsprogramms NRW", monierte Hauptgeschäftsführer Wilhelm Bommann.

Hauptgeschäftsführer Wilhelm Bommann. Foto: Archiv

Im vom Rat im Dezember 2010 beschlossenen Zentrenkonzept heiße es unter anderem, das zentrenrelevante Randsortiment (Haushaltswaren, Deko-Artikel, Lampen, Elektrogeräte und ähnliches) dürfe höchstens zehn Prozent der Verkaufsfläche ausmachen und die maximale Fläche von 2500 Quadratmetern überschreiten. Wie berichtet sieht der Bebauungsplan aber 9300 Quadratmeter für das Randsortiment des Höffner-Möbelhauses und weitere 1100 Quadratmeter für den Sconto-Mitnahmemarkt vor. "Warum die Bezirksvertretung Mitte trotz dieser Kenntnis den Bebauungsplan durchwinkt, ist ein schwer nachvollziehbares und juristisch interessantes Vorgehen", so Bommann wörtlich.

Das Höffner-Möbelhaus in Magdeburg. So oder so ähnlich dürfte das Vorhaben des Investors Kurt Krieger in Duisburg auch aussehen. Foto: privat

Schädigung befürchtet

Der Verband fürchtet, dass durch diese Entwicklungen der bestehende Handel in der City und den Stadtteilzentren unverhältnismäßig geschädigt wird. Die Stadt Duisburg, so Bommann, sehe sich selbst wohl nicht verpflichtet, die im Landesentwicklungsprogramm formulierten Ziele umzusetzen, sondern wäge die Bedenken der beteiligten Organisationen, der Träger öffentlicher Belange und der Nachbarkommunen ab. Bommanns Fazit: "Die Stadt Duisburg unterläuft bewusst die Ziele der Raumordnung und Landesplanung."

Zudem bemängelt der Verband die städtebauliche Qualität der Duisburger Freiheit. Im ursprünglichen Projektmagazin zur Duisburger Freiheit sei noch von "Gebäuden mit einer qualitativ hochwertigen Architektur" die Rede gewesen. Vertreter des Einzelhandelsverbandes haben sich inzwischen die Gebäude der Firma Krieger in Magdeburg angeschaut. "Wenn diese Baukörper für Duisburg beispielhaft sein sollen, dann vertut man nicht nur eine Chance, sondern zeigt nicht wirklich Mut zur qualitätsvollen Stadtentwicklung", so der Hauptgeschäftsführer.

Mit dem überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans befassen sich nun noch der Umweltausschuss (6. März) und der Wirtschaftsausschuss (8. März), bevor der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung am 26. März die Entscheidung fällt. Anschließend wird der Bebauungsplan noch einmal ausgelegt.

(RP)