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Duisburg: Keep swinging ein Leben lang

Duisburg : Keep swinging ein Leben lang

Am Donnerstag Abend gibt Ferdy Brockerhoff seine letzten Unterrichtsstunden als Kursleiter der Volkshochschule. Seit Jahrzehnten hatte er in Worten, Hörbeispielen und gelegentlich auch bildlich gezeigt, was "Jazz in Geschichte und Gegenwart" sein kann.

Der Jazz hat Ferdi, der nun 81 Jahre alt, aber immer noch topfit ist, sein Leben lang begleitet. Unmittelbar nach dem Krieg hörte Brockerhoff, den wir lieber bei seinem Vornamen Ferdy nennen möchten, die ersten Jazz-Aufnahmen im englischen Rundfunk.

Diese Rhythmen und das freie Improvisieren, dieses musikalische Fragen und Antworten haben ihn regelrecht infiziert, erzählte er einst in seinem Interview. Das Geigenspiel, das er seit seinem zehnten Lebensjahr geübt hatte, und auch die Ausbildung am Klavier interessierten ihn fortan weniger, als es seinem Vater, einem berufsmäßigen Unterhaltungsmusiker lieb war. Der Vater war auch gar nicht damit einverstanden, dass Ferdi "Jazz lernen" wollte. Deshalb wurde Ferdi auch kein Berufsmusiker, sondern Angestellter bei Mannesmann, der aber seine ganze Freizeit mit Musik verbrachte.

Seit Jahrzehnten führt Ferdi den Beinamen "Duisburger Jazzexperte". Viele große Jazz-Musiker kennt er persönlich. Besonders gut war er mit Benny Carter bekannt, der auch mal Gast bei ihm zu Hause war. Als dieser 2003 im Alter von 95 Jahren starb, bekam Ferdy von dessen Witwe eine kleine Komposition aus Benny Carters Feder als Erinnerungsgeschenk. Ferdy kennt viele schöne Definitionen des Jazz', etwa Duke Ellingtons "Freiheit der musikalischen Sprache". Ferdy selber bevorzugt mit ironischem Lächeln die zornige Jazz-Beschreibung eines Generals a.

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D., der gesagt haben soll: "Jazz ist undisziplinierter Krawall ohne Zucht und Sitte. Für die Ausbildung eines Menschen zu Manneszucht völlig ungeeignet." Und das ist gut so, findet Ferdy. "Keep swinging", wünscht Peter Klucken

(RP)