Kaufhof und Karstadt in Duisburg als Partner statt Konkurrenten

Chancen für Duisburg : Kaufhof und Karstadt als Partner

Nach der geplanten Fusion der Warenhausketten sehen Handelsexperten in der Duisburger Innenstadt eher Potenziale als Gefahren. Es gibt Chancen für beide Standorte.

Karstadt und Kaufhof unter einem Dach: Die Fusion der beiden Warenhausketten macht aus zwei Großen einen Riesen. Für Duisburg und seine Innenstadt heißt das aber nicht eins statt zwei: Experten sind zuversichtlich, dass es weiterhin beide großen Warenhäuser in Duisburg geben wird. Mehr noch: Die Fusion scheint in Duisburg sogar Chancen für beide Standorte zu versprechen.

Während sich Essen um die Karstadtzentrale sorgt und beim Kaufhof-Konzern der Abbau von 5000 Stellen droht, bleiben die beiden Duisburger Häuser eher gelassen. Aus Konkurrenten könnten Partner werden. Stellungnahmen gibt es aber nicht. Lediglich die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Kaufhof, Anja Dobroschke, äußert sich, nachdem die Mitarbeiter am Dienstag umgehend über die geplante Fusion informiert wurden. „Die Situation ist sicher schwierig, aber die Stimmung geht eher in Richtung Chance“, meint sie.

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So sieht es auch Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband. „Duisburg als Halb-Millionen-Stadt kann zwei Warenhäuser vertragen“, sieht Bommann genügend Kundenpotenzial für beide Warenhäuser in der Stadt und blickt auf die jahrzehntelange Tradition des Duisburger Doppelstandortes zurück. Er erwartet, dass sich beide Warenhäuser nach der Zeit des Wettbewerbs nun „mit einer gemeinsamen Mutter kundenzielorientiert aufeinander abstimmen“ werden. Trotz des wachsenden Onlinehandels haben Warenhaus-Sortimenter Chancen auf dem Markt.

Dem Doppelstandort kommt laut Wilhelm Bommann zugute, dass einige hundert Meter Luftlinie zwischen beiden Häusern liegen. Eine Forderung hat der Einzelhandelssprecher: Um den Kaufhof-Standort an der Düsseldorfer Straße müsse endlich die städtebauliche Entwicklung voran gehen. Das geplante Geschäftshaus an der ehemaligen Stadtbücherei sei das wichtige Bindeglied zwischen beiden Warenhäusern.

Auch Michael Rüscher, Handelsexperte bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, ist zuversichtlich. Beide Warenhäuser bieten Sortimente, die sonst fehlen würden und nachgefragt werden. Kundenpotenziale sieht er genügend, auch weil Duisburg Kaufkraft aus den Nachbarstädten anzieht. Beide Warenhäuser schweigen zwar zu Kunden- und Umsatzzahlen, gelten aber als gesunde Häuser. Karstadt hat erst kürzlich seine Mietverträge im Forum nach dem zehnjährigen Geburtstag des Forum-Einkaufszentrums verlängert und die Kölner Kaufhofzentrale hat in den vergangenen Jahren regelmäßig in sein Duisburger Haus investiert.

Gutes Zeichen laut Rüscher zudem: Die Kaufhofimmobilie ist im Besitz des kanadischen HBC-Konzerns und wird das Haus nicht leer stehen lassen wollen. „Handel bringt die höchsten Mieten“, so Michael Rüscher.

(os)
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