Karneval: Sitzung der Volksbank im Steinhof

Sitzung der Volksbank : Ein karnevalistisches Feuerwerk

Die Karnevalssitzung der Volksbank Rhein-Ruhr gehört zu den absoluten Highlights des Duisburger Karnevals. Das zeigte sich auch am Mittwochabend im restlos ausverkauften Steinhof. Volksbank-Sprecher kritisiert den HDK.

In der fünften Auflage der Karnevalssitzung der Volksbank Rhein-Ruhr wurde ein wahres karnevalistisches Feuerwerk auf absolutem Top-Niveau geboten. Bevor es närrisch in die Vollen ging, stieg Thomas Diederichs, Vorstandsprecher der Volksbank, „in die Bütt“. Ganz so lustig wurde seine Begrüßungsrede allerdings nicht, jedenfalls was den HDK (Hauptausschuss Duisburger Karneval) anging. Diederichs kritisierte, dass der HDK mit dem aktuellen Sessionsmotto „Wenn‘s um Geld geht, ist doch klar, für Duisburgs Narren immer da“ eindeutig die Werbetrommel für einen der Hauptsponsoren rührt. Dass das einem regionalen Mitbewerber wie der Volksbank nicht gefallen kann, machte deren Vorstandssprecher mehr als deutlich: „Ein Sessionsmotto mit Sponsorenbezug ist nicht gut für den Karneval.“ Diederichs mahnte die Verantwortlichen eindringlich: „Retten sie die Historie des Brauchtums.“

Irgendwie kurios war es schon, dass mit HDK-Präsident Michael Jansen einer der Angesprochenen wenige Meter weiter auf der Bühne stand, um die Sitzung zu moderieren. Das tat er auch in gewohnt professioneller Weise, anmerken ließ er sich die kritischen Worte äußerlich nicht.

Auch das Kinderprinzenpaar Marvin II. (Mitte) und Alina I. (rechts) hatte im Steinhof einen großen Auftritt. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Bevor die absoluten Hochkaräter des rheinischen Karnevals den Steinhof zum Kochen brachten, durfte der närrische Nachwuchs zeigen, was er kann. Dazu bat Jansen die Kinderprinzenteams aus der Region auf die Bühne. Die jungen Tollitäten aus Oberhausen, Mülheim, Ratingen und Duisburg waren sichtlich stolz, vor vollem Haus auftreten zu können und erledigten diese Aufgabe mit Bravour. Auch Duisburgs frisch gekürter Stadtprinz Kevin I. hielt mit seiner Crew umjubelt Einzug. 

Mit dem Auftritt von Guido Cantz kam es zum ersten Höhepunkt des furiosen Karnevalsabends. Der prominente TV-Comedian ist seit Jahren im Karneval unterwegs. Auch im Steinhof feuerte er seine Pointen im Sekundentakt ab. Dabei arbeitete er sich an den Protagonisten aus Politik und Gesellschaft ab, ließ als Kölner Spitzen gegen offensichtlich „untertrüffelte“ Düsseldorfer los und kommentierte das Auftreten der Nationalmannschaft bei der WM im letzten Sommer mit Zitaten seines Vaters, der auf historische Erfahrungen zurückgriff: „In Russland haben wir noch nie gut ausgesehen.“

Dann war Bernd Stelter an der Reihe. Mit seinen augenzwinkernd vorgetragenen Songs zur Gitarre und seinen unnachahmlichen Sprüchen sorgte er für wahre Lachsalven. Auch die aktuelle Feinstaub-Diskussion ließ er nicht unkommentiert: „Im nächsten Jahr droht wohl ein Fahrverbot für Adventskränze.“ Für atemberaubende Tanzakrobatik sorgte die Kölner Tanzgarde „Luftflotte“. Dabei wirbelten die jungen Tanzoffiziere ihre hübschen Mädel mit viel Augenmaß bis knapp unters Hallendach.

Und als man meinte, stimmungsmäßig sei der Höhepunkt erreicht, zeigten die „Bläck Fööss“, dass man immer noch „einen draufsetzen“ kann. Bei ihren Ohrwürmern wie „Drink doch eine met“ und dem Song von der „Kaffeebud“ wurde der Steinhof endgültig zu einem Kanevals-Hotspot erster Güte. Es wurde ausgelassen getanzt, mitgesungen und geschunkelt. 

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