Duisburg: Kampfansage gegen Graffiti

Duisburg: Kampfansage gegen Graffiti

Graffiti-Schmierereien an den Bahnhöfen und Haltepunkten sind vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Jetzt sollen landesweit 110 Bahnhöfe mit einem groß angelegten Reinigungsprogramm dauerhaft sauber gehalten werden, darunter auch der in Rheinhausen.

Mit einen Sofortprogramm in Höhe von zwei Millionen Euro will das Land in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn gegen Graffiti-Schmierereien vorgehen. Wie NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper gestern mitteilte, sollen landesweit 110 verschandelte Bahnhöfe und Haltepunkte optisch aufgewertet werden, darunter auch Rheinhausen, Rheinhausen-Ost und Rumeln.

An einer S-Bahn-Haltestelle in Düsseldorf zog der Minister gestern Schutzhandschuhe an und demonstrierte mit Besen und Hochdruckreiniger, wie Verunzierungen nahezu mühelos entfernt werden. Das Geheimnis: Die Betonwände, die offenbar magisch Sprühdosen-Attacken auf sich lenken, waren mit einer speziellen Farbgrundierung überzogen worden, von der sich Sprühfarben weitaus leichter als bisher entfernen lassen.

Sorge der Umweltgruppe West

In Rheinhausen beobachtet die Umweltgruppe West den Bahnhof mit wachsender Sorge. "Ich glaube, da ist gar kein Platz mehr für neue Graffiti", sagt Sprecherin Gisela Komp, "da werden schon die alten überschmiert." Der Fußgängertunnel am Rheinhauser Bahnhof sei "ein dunkler, unheimlicher Gang. Ich glaube, nachdem da abends der letzte Zug abgefahren ist, geht da außer den Vandalen niemand mehr freiwillig hin – und die können nachts ziemlich unbeobachtet machen, was sie wollen."

Verschmierte Bahnhöfe, so Minister Lienenkämper, wirkten verwahrlost und verursachten Ängste: "Mit unserer Aktion wollen wir für die Fahrgäste eine angenehme Atmosphäre schaffen." Land und Bund wollen sich die Kosten für das Reinigungsprogramm teilen.

50 Millionen Euro Schaden

Für die Bahn summierten sich Vandalismusschäden auf bundesweit 50 Millionen Euro im Jahr, so Bahn-Bevollmächtigter Reiner Latsch. Der Ehrgeiz seines Unternehmens sei es, Graffiti innerhalb von 72 Stunden zu beseitigen. Dafür stünden eigene Kräfte zur Verfügung; es würden aber auch Aufträge an örtliche Unternehmen vergeben.

Seit 2005 werden Farbschmierereien in NRW als Sachbeschädigung bestraft. Seither sei ein rasanter Anstieg an Anzeigen zu verzeichnen, so das NRW-Innenministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 28 000 Fälle registriert. Wer erwischt wird, muss damit rechnen, die Kosten für die Reinigung zu übernehmen, die leicht mehrere Tausend Euro betragen können.

Die Aufklärungsquote ist mit 19 Prozent – das heißt: jeder fünfte Sprüher wird erwischt – noch recht gering. "Wir setzten auf die örtlichen Ordnungspartnerschaften", so das Innenministerium.

(RP)