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Duisburg: Kampf gegen Missbrauch wird verstärkt

Duisburg : Kampf gegen Missbrauch wird verstärkt

Die Stadt Duisburg hat vier halbe Stellen neu eingerichtet, um sexuellem Missbrauch auf die Spur zukommen. Sie verstärken die Arbeit des Kinderschutzbundes, der Caritas, von "Wildwasser" und der Evangelischen Beratungsstelle.

Der Umgang im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern hat in den vergangenen Jahren zu Recht erhöhte Aufmerksamkeit erfahren. Aus der Kriminalitätsstatistik der Polizei Duisburg geht hervor, dass 2012 insgesamt 145 Straftaten registriert wurden — die Dunkelziffer ist unbekannt. "Mit der Einrichtung von vier halben Stellen zur Diagnostik bei vermutetem sexuellem Missbrauch ist uns in Duisburg nun ein Quantensprung gelungen", sagte Jugenddezernent Thomas Krützberg gestern. Die Vernetzung im Stadtgebiet ermögliche eine optimale Zusammenarbeit, eine zielgerichtete Hilfe und eine genaue Diagnostik.

Die Stellen, die von der Stadt Duisburg mit jährlich 12000 Euro finanziell gefördert werden, sind angesiedelt bei anerkannten Trägern der Freien Jugendhilfe, die bereits den fachlichen Hintergrund für die Aufgabe bieten: den Beratungsstellen der Träger des Caritasverbandes, des Kinderschutzbundes Duisburg, "Wildwasser" Duisburg und der Evangelischen Beratungsstelle Duisburg/Moers. Mit der Verteilung von vier halben Stellen auf diese Träger werde das bereits bestehende und bewährte Beratungs- und Hilfesystem sinnvoll verstärkt, gleichzeitig stelle sie die regionale Standortverteilung sicher. "Unsere Aufgabe ist es, von sexueller Gewalt geschädigten Kindern und ihren Familien ein persönliches Hilfsangebot zu machen", verdeutlichte Yansa Schlitzer, Sozialpädagogin in der Fachberatungsstelle Deutscher Kinderschutzbund an der Adlerstraße 57 in Wanheimerort. "Wir bieten eine individuell abgestimmte Diagnostik und Hilfe für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen. Ziel ist die Klärung der Missbrauchsvermutung", so Lydia Arndt von der Fachberatungsstelle Wildwasser, in Duissern, Lutherstraße 36. "Der psychische und physische Zustand missbrauchter Kinder und Jugendlicher ist extrem gestört und von Mensch zu Mensch verschieden", betonte Thomas Krützberg. "Hier ist keine Schubladenarbeit möglich." Das oberste Ziel des gemeinsamen Hilfsangebotes sei der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor weiteren sexuellen Übergriffen.

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Die Fachkräfte der beteiligten Träger sind mit der Annahme ihrer Angebote zufrieden. "Bereits in den vergangenen vier Monaten habe ich an 35 Fällen gearbeitet und man merkt, dass unsere Arbeit benötigt wird", so Yansa Schlitzer. "Sich in einer Verdachtssituation fachliche Unterstützung zu holen, ist der erste Schritt einer professionellen Hilfe für missbrauchte Kinder und keineswegs ein Nachweis für Inkompetenz oder Versagen", so die Therapeutin.

(RP)