1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Kampf dem Laborzauberer und der Geldhexe

Duisburg : Kampf dem Laborzauberer und der Geldhexe

"Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" - ein Vergnügen auf der Theaterbühne.

Als Kulturjournalist muss man irgendwann einmal diesen Titel schreiben (wenn wenigstens nicht aussprechen). "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" ist ein Kinderbuchklassiker von Michael Ende ((1929-1995); erschienen 1989, in der Bühnenfassung ein Jahr später. Jetzt läuft der "Wunschpunsch" im Theater Duisburg, als gelungenes Gastspiel vom Rheinischen Landestheater Neuss. Kurz zur Handlung: Der geheime Zauberrat Prof. Dr. Beelzebub Irrwitzer hat sich vertraglich bei Seiner Höllischen Exzellenz dazu verpflichtet, jedes Jahr eine vorgeschriebene Zahl an bösen Taten zu vollbringen: Tierarten aussterben lassen, Flüsse vergiften und so weiter. In diesem Jahr allerdings gelingt es ihm nicht, sein Soll zu erfüllen, da ihm der Hohe Rat der Tiere auf der Suche nach der Ursache aller Unglücke den dicken und naiven Kater Maurizio di Mauro als Spion ins Haus geschickt hat, der Irrwitzer durch seine neugierige Art zu höchster Vorsicht zwingt. Ein Beamter des Teufels, Maledictus Made kommt daraufhin an Silvester zu Besuch und droht mit der "Pfändung" Beelzebubs. Auch die Tante des Zauberers, die Geldhexe Tyranja Vamperl hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und bekam auch Besuch von Made. Der ihr zugelaufene und heruntergekommene, aber ziemlich kluge Rabe Jakob Krakel ist ebenfalls ein Spion der Tiere. In ihrer Verzweiflung schließen sich die beiden Magier zusammen und versuchen, in den letzten Stunden des Jahres durch den Wunschpunsch, der einem jeden ausgesprochenen Wunsch erfüllen kann, die noch fehlenden Unglücke zu vollbringen. Da alle Wünsche in ihr Gegenteil verkehrt werden, müssen sie den Trank nicht einmal vor den Tieren geheim halten. Für Michael Ende war das ein Appell an alle Menschen ab sechs Jahren, gleichsam kurz vor 12 gegen die Umweltzerstörung tätig zu werden. Natürlich geht auch dieses Märchen gut aus, getreu Endes Glauben, die Poesie - die Macht und die Kraft der Fantasie und der Liebe - vermöge in den Bewusstseinsprozess des Menschen wirksam einzugreifen. Oder wie es die Neusser Regisseurin Konstanze Kappenstein formulierte: "Den Mut aufzubringen, über sich selbst hinauszuwachsen und nicht aufzugeben, auch wenn es aussichtslos erscheint."

Das ist wirklich witzig gemacht, zumal Andreas Spaniol als Professor, Michael Meichssner als schräger Made und tuntiger Heiliger Sylvester, Christoph Bahr als Kater, Josia Krug als Rabe und Linda Riebau als Tante spielfreudig agieren. Es gibt noch zwei weitere Aufführungen in Duisburg: am heutigen Donnerstag, um 9 und um 11 Uhr. Karten gibt es am einfachsten unter Tel. 0203/ 283 62 100.

(hod)