Käfertreffen in Rumeln-Kaldenhausen

Am Toeppersee : Entspanntes Treffen der Käferfreunde

60 luftgekühlte Autos und das ein oder andere Gefährt mehr tuckerten zum Toeppersee. Es war das zwölfte Treffen des Vereins Käfer & Co. Nothilfe.

Diese Worte hörte man am Wochenende an der Wasserskianlage besonders oft: „Und er läuft und läuft und läuft.“ Der Verein Käfer & Co. Nothilfe lud zum 12. Käfertreffen am Toeppersee ein. Ebenso wie das einstige Wirtschaftswunder-Auto VW-Käfer ist auch das Treffen zum Duisburger Kult geworden. Bereits am Freitag reisten die ersten Autoliebhaber an. Auf einer Campingzone schlugen sie Zelte auf oder übernachteten direkt in ihren nostalgischen VW-Bussen.

Wer am Samstag am Toeppersee-Strand entlanglief, erblickte die bunten Gefährte. In Reih und Glied aufgestellt war die Ausstellung ein Paradies für Fans von luftgekühlten historischen Fahrzeugen. Benzingespräche, Probesitzen im schicken VW Käfer 1303 LS oder ein Blick in den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor? Kein Problem. „60 Autos sind ausgestellt“, sagte Robert Noch, Vorsitzender des Vereins Käfer & Co. Nothilfe. Die Aussteller kamen unter anderem aus den Niederlanden, der Schweiz, Köln und Dortmund. „Diesmal läuft ein paralleles Treffen in Norddeutschland, weswegen wir den Rekord mit 200 Ausstellern nicht knacken werden.“ Und trotzdem: Die Begeisterung war allen anzumerken.

Die Idee zum Käfertreff hatten Noch und Uwe Salterberg beim Käfer-Stammtisch. Noch fuhr schon mit 20 einen gelb-schwarzen Renner, Salterberg hat aktuell fünf VW-Käfer zur Reparatur im Hof stehen. Klar, da lernt man zu improvisieren, wenn mal was kaputt geht. „Uns war es ein Anliegen, Käfer-Fahrer vor unnötig teuren Werkstattrechnungen zu bewahren.“

Tüftler sind gefragt: Insgesamt 60 Mitglieder zählt die Nothilfe momentan. Durchschnittlich repariert das Team ein Auto im Monat. So machte Noch einen orangenen Käfer fit, der 21 Jahre lang stillgelegt war. Und Salterberg belebte seinen „bunten Hund“, einen vor acht Jahren gekauften Käfer, 24 PS, schätzungsweise 500.000 Kilometer gefahren. Nur schätzungsweise, denn der Käfertacho nullt bei 5000 Kilometern. „Der bunte Hund hat drei Leute mit 24 PS und 130 Stundenkilometern bis Cuxhaven gebracht“, lachte Salterberg. Reparatur gelungen.

Auch Wasserskianlagen-Betreiber Michael König stellte seinen knallgelben VW mit Toeppersee-Aufschrift aus. Unweit entfernt: Ein im Jahre 1951 gebauter Käfer mit Rheumaklappen. „Scherzhaft nennt man die Lüftungsfenster Rheumaklappen, weil sie Durchzug am Knie verursacht haben“, erklärte Uwe Salterberg. Käfer mit Rheumaklappen waren entsprechend kein Erfolg und wurden nur zwei Jahre lang gebaut. Sie sind damit heutzutage ein echtes Unikat.

Die Dinslakener Manuela und Ralf haben sich für einen blauen VW-Käfer entschieden – 50 Jahre alt, selbes Baujahr wie Manuela und zum Geburtstag gekauft. Wackeldackel, Picknickkorb und Radio kamen später hinzu. „Der erste Käfer-Urlaub führte uns an die Mosel. Die Leute haben gewunken und uns angesprochen“, sagte Manuela. Oldtimer wecken eben Erinnerungen und bringen Menschen zusammen.

(lw)
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