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Duisburg: KadeDi setzt auf Gutes aus zweiter Hand

Duisburg : KadeDi setzt auf Gutes aus zweiter Hand

Im Juni wurde ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz mit einer neuen "Abfallhierarchie" in Kraft gesetzt. Davon könnten auch die Kaufhäuser der Diakonie (KadeDi) profitieren, die derzeit 180 Menschen beschäftigen.

Die Werbetrommel muss man für die Kaufhäuser der Diakonie, kurz KadeDi, nicht mehr rühren. Die vier sozialwirtschaftlichen Gebrauchtwarenhäuser, die das Diakoniewerk Duisburg unterhält, bekommen genügend Angebote an gebrauchten Möbeln, Elektrogeräten, Kleidung und anderen Hausratwaren. Und viele Menschen nutzen die Möglichkeit zum preiswerten Einkauf, mitunter auch solche, die es finanziell nicht unbedingt nötig haben, gebrauchte Waren zu kaufen, aber die Chance nutzen wollen, vielleicht etwas Außergewöhnliches zu erwerben, was aktuell ansonsten nur schwer zu bekommen ist. Die KadeDi sind gut in Duisburgs Marktstruktur verankert. Möglicherweise wird dieser Anker demnächst noch weiter verbessert. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz könnte für eine solche Stärkung sorgen.

Dieses Gesetz, das der Bund am 1. Juni 2012 in Kraft gesetzt hat, beschert vor allem eine neue "Abfallhierarchie". Früher galt ein dreifaches Stufenmodell: 1. Vermeidung, 2. Verwertung, 3. Beseitigung. Dieses Modell wird nach dem neuen Gesetz durch eine fünfstufige Hierarchie ersetzt: 1. Vermeidung, 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung, 3. Recycling, 4. sonstige, auch energetische Verwertung und 5. Beseitigung.

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Das neue Gesetz hat zum Ziel, die Müllvermeidung zu stärken, die Verbraucher in dem Sinne aufzuklären, dass sie gebrauchte Waren weiterverwenden und die Wiederverwendungs- und Reparaturzentren beziehungsweise Gebrauchtkaufhäuser zu unterstützen.

Für Sieghard Schilling, Geschäftsführer des Diakoniewerks Duisburg, Siegbert Weide, Betriebsleiter der KadeDi, und Lothar Wilhelms, Fachbereichsleiter Arbeit und Ausbildung beim Diakoniewerk, ist klar, dass dieses neue Gesetz auch Auswirkungen auf die Diakonie-Kaufhäuser haben muss. Die drei traten gewissermaßen als Lobbyisten auf, als sie gestern den beiden Duisburger Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff und Frank Börner das KadeDi an der Düsseldorfer Straße zeigten, das größte der vier Kaufhaus-Filialen.

Neu war für die beiden Politiker vor allem der Gedanke, dass die Dianikonie-Kaufhäuser nicht nur unter sozialen Gesichtspunkten wichtig sind, sondern auch unter ökologischen. Sie können nämlich dazu beitragen, gebrauchte Waren aus dem Müllkreislauf zu entfernen oder anders ausgedrückt, der Secondhand-Nutzung Vorrang gegenüber einer sonstigen Verwertung zu geben. Dabei würden, so hieß es gestern Nachmittag beim Pressegespräch, die Aspekte "Vorbereitung zu Wiederverwendung" und "Recycling" besonders wichtig. Ganz konkret besteht beim Diakoniewerk Duisburg die Hoffnung, dass der Beitrag zur Müllvermeidung in Form von öffentlicher Förderung oder auch Gebühreneinnahmen honoriert wird.

Die Weiternutzung gebrauchter Gegenstände, Möbel und Kleidung sorgte in den vergangenen Jahren dafür, dass rund 1600 Tonnen Möbel und Hausrat sowie rund 600 Tonnen Kleidung vor der Verbrennungsanlage beziehungsweise dem Schredder bewahrt wurden. Wichtig ist dem Diakoniewerk dabei, dass die Weiternutzung ortsnah geschieht und dass die gebrauchten Waren eine gute Qualität haben. Niemand, der in einem KadeDi einkauft, soll sich schämen müssen. Auch die Möbel, die dem Diakoniewerk angeboten werden, werden zunächst begutachtet, bevor entschieden wird, ob sie abgeholt und ins Kaufhaus gestellt werden. "Wir bieten unseren Kunden keinen Sperrmüll an, auch unseren armen Kunden nicht", so Sieghard Schilling. Elektrogeräte zum Beispiel werden, bevor sie in den Verkauf gehen, auf Funktion und Sicherheit geprüft.

(RP/rl)