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Duisburg: JVA Mitte vor der Auflösung

Duisburg : JVA Mitte vor der Auflösung

120 Häftlinge werden ab der kommenden Woche nach Hamborn umziehen. Dort werden die Plätze aufgefüllt, die durch die Verlegung der Insassen in die neue Justizvollzugsanlage in Ratingen freigeworden sind.

Während in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Duisburg Mitte fleißig Kisten gepackt und Möbel abgebaut werden, türmen sich in den Containern im Innenhof des Amts- und Landesgerichts Fliesen, Betonklötze und Kabel. Grund für all das ist die Auflösung der JVA Duisburg Mitte.

"Noch im Februar soll das Gebäude entkernt werden", sagte Burkhard Recnik, Abteilungsleiter der JVA Duisburg Mitte. Also müssen die 120 Häftlinge umziehen und zwar in die Hauptabteilung nach Hamborn. "Dort füllen wir die Plätze auf, die durch die Verlegung einiger dortiger Häftlinge in die neue JVA in Ratingen frei werden", sagte Recnik. Diese Verlegung betrifft die Häftlinge aus den Bezirken Mönchengladbach, Krefeld und Aachen und wird in den kommenden Tagen vollzogen. Ab Montag, 13. Februar, beginnt dann der Umzug für die Insassen und Beamten der JVA in der Innenstadt. Die Umzugskisten würden schon seit Wochen mit Büromaterial und Akten gepackt, sagte Recnik. Auch die Möbel werden, sofern noch brauchbar, mitgenommen.

Mehr Beamte als sonst

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Die Inhaftierten, die zum Großteil in Untersuchungshaft sitzen, dürfen lediglich ihre eigenen Sachen packen. "Andere Sicherheitsvorkehrungen als sonst müssen wir nicht ergreifen. Denn Häftlingstransporte sind nichts ungewöhnliches", erklärt Recnik, der dem Umzug gelassen entgegensieht. Natürlich müssten mehr Beamte eingesetzt werden als sonst, unter anderem weil die persönlichen Gegenstände der Inhaftierten protokolliert werden müssen.

Andere Probleme entstehen durch die Schließung der Zweigstelle der JVA für das Amts- und Landesgericht. Dieses konnte Häftlinge bisher während Verhandlungspausen in den Zellen der Haftanstalt unterbringen. Jetzt musste eine neue Lösung gefunden werden, da die elf Hafträume innerhalb des Gerichts nicht ausreichen. Und so entstehen derzeit neun neue Unterbringungen im Innenhof des Amts- und Landesgerichts. Dafür wurden Container installiert, wie man sie von Baustellen kennt. "Das Ganze sieht nur von außen aus wie die üblichen Container.

Innen wurde mit den gleichen Sicherheitsmaßstäben gebaut, wie in anderen Gefängnissen", versichert Bernhard Kuchler, Pressesprecher und Richter am Landgericht. So seien die Wände hinter den weißen Kacheln speziell ausgekleidet worden. Auch der Fußboden sei selbstverständlich nicht nur mit Fußbodenheizung und Fliesen versehen. Was aber genau hinter diesen Maßstäben steckt, darf Kuchler aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

"Wenn bekannt ist, welche Materialien verwendet wurden, könnte das Fluchtpläne erleichtern", erklärt der Richter. Damit die Anlage tatsächlich fluchtsicher ist, fehlt derzeit aber noch einiges. So müssen zum Beispiel bis zur Inbetriebnahme Ende Februar die Gitter vor den Fenstern montiert werden. Eine dauerhafte Lösung sollen die Containerzellen zudem nicht sein. "Mittelfristig ist für das Gericht ein Erweiterungsbau geplant. Wann und in welcher Form dieser realisiert werden kann, entscheidet aber die Haushaltslage", sagte Ulrich Egger, Pressedezernent des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

(RP)