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Duisburg: Jugendring kritisiert städtische Sparpläne

Duisburg : Jugendring kritisiert städtische Sparpläne

Auf der Sparliste der Verwaltung stehen auch vier Jugendzentren. Der Jugendring wirft der Stadt vor, nicht nach bedarf zu planen, sondern nach Kassenlage. Auch der hochfrequentierten Verbraucherzentrale droht die Schließung.

Der Duisburger Jugendring befürchtet wegen der in der vergangenen Woche bekanntgegebenen Sparpläne einen Dammbruch in der Jugendarbeit der Stadt. "Zwei städtische Jugendzentren und zwei Jugendzentren in freier Trägerschaft stehen auf der Kürzungsliste der Stadtverwaltung. Das ist ein Tabubruch", meint Jugendring-Vorsitzender Pascal Rusche. "Wenn die Jugendarbeit weiter unsicher bleibt, werden weitere Träger wegen des steigenden Kostendrucks Einrichtungen schließen." Dies sei der Eindruck, den er aus Gesprächen mit Betroffenen gewonnen habe.

Der Förderbedarf der Jugendarbeit wird im Jugendhilfeplan für jede Legislaturperiode festgelegt. Mitglieder des Jugendrings werfen der Stadt jedoch vor, nicht nach Bedarfen zu planen, wie das gesetzlich vorgesehen ist, sondern nach Kassenlage. Jugendarbeit müsse aber in der Lage sein, dynamisch auf Entwicklungen zu reagieren. Schließlich solle sie Integration und Inklusion ermöglichen.

"Den Verbänden und Trägern fehlt Planungssicherheit, weil die Stadt keine Jahresförderbescheide ausstellt. Seit Jahren steigen die Kosten, aber die Förderungsgelder nicht, Träger können Mitarbeiter aufgrund von Lohnkostensteigerungen nicht mehr finanzieren", ergänzt Rusche.

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Auch gebe es kein nachhaltiges Konzept für die Zukunft. "Es fehlt an einem Plan, wie Duisburg 2030 aussehen soll. Wer an der Gegenwart der Kinder und Jugendlichen spart, verbaut ihnen die Zukunft", sagt Christian Ladda, Geschäftsführer des Jugendrings. Ein weiterer Posten, der dem Sparzwang zum Opfer fallen soll, ist das Geld für die frühkindliche Sprachförderung.

Auch die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale ist von den Sparplänen der Stadt betroffen. Sie wird zur Hälfte von der Stadt und zur anderen Hälfte vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Wenn die Politik dem Vorschlag der Verwaltung zustimmt, die 50-prozentige Kostenbeteiligung an der Beratung zu streichen, steht der Stelle die Schließung bevor.

"Bei fast jeder Kürzungsrunde der Verwaltung standen wir bisher auf der Liste", sagt Matthias Arkenstette von der Geschäftsführung der Verbraucherzentrale NRW. "Bisher hat die Politik immer entschieden, dass die Beratung nicht gestrichen wird. Wir setzten daher darauf, dass es auch diesmal gelingen wird." Der Vertrag mit der Stadt laufe bis 2016. Laut Sparplan der Verwaltung sollen mit der Streichung der Zuwendung im Jahr 127 000 Euro eingespart werden. Dabei ist die Duisburger Beratungsstelle stark frequentiert und die Verbraucherzentrale NRW hatte erst jüngst einen zentralen Aufgabenbereich nach Duisburg verlagert. "Wir haben eine weitere Etage für landesweite Aufgaben angemietet, den Sitz des Verbrauchertelefons haben wir von Düsseldorf nach Duisburg verlagert", sagt Arkenstette. Diese Arbeitskräfte würden in einem Fall der Schließung ebenfalls abgezogen.

Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Herbert Mettler, hatte sich am Tag nach der Vorstellung der Sparpläne für seine Fraktion erklärt: "Mit uns wird es keinen sozialen, sportlichen und kulturellen Kahlschlag in dieser Stadt geben. Duisburg muss lebens- und liebenswert bleiben." Auch die FDP-Fraktion erteilte den Vorschlägen eine Absage.

(RP)