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Duisburg: Jugendfeuerwehr probt den Ernstfall

Duisburg : Jugendfeuerwehr probt den Ernstfall

Nur wer im Bedarfsfall weiß, wie er reagieren muss, ist wirklich gerüstet für Notfälle. Die Duisburger Jugendfeuerwehr testete am Wochenende den Ernstfall bei einer großen Übung.

Bei der Feuerwehr geht ein Notruf ein: Es gibt Rauchbildung in einer Schule, die Zahl der Verletzten ist zunächst ungewiss. Der erste Feuerwehrzug trifft ein, ein verwirrt wirkender Verletzter berichtet von mehreren Menschen, die noch im Gebäude seien, starke Rauchentwicklung. Es wird Verstärkung angefordert, am Ende sind rund 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Das Auffällige: Rund 80 der Feuerwehrmänner sind keine 18, auf ihren Jacken steht "Jugendfeuerwehr".

Der Notfall ist auch nicht ernst, der Ort ist die ehemalige Gemeinschaftshauptschule in Neuenkamp, dort geht schon lange keiner mehr zur Schule. "Die Kinder wissen vorher nicht, was sie erwartet, sie werden am Einsatzort von den Betreuern eingewiesen. Sie müssen das leisten, was auch die Feuerwehren leisten." Nur wenn es etwa darum gehe, die Verletzten zu bergen, da packe man zu viert an, statt zu zweit. "Wir können von zwei 14-Jährigen nicht erwarten, einen 90-Kilo-Mann zu tragen", erklärt Sven van Loenhout, stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart. Aber allzu leicht wird es den Kindern nicht gemacht. Die Rauchentwicklung im Gebäude ist stellenweise so dicht, dass die Sichtweise vielleicht einen halben Meter reicht. In großen Räumen wie der Aula ist die Suche daher schwierig, zumal die Verletzten einen gewissen Ehrgeiz entwickelt haben, sich zu verstecken.

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Wie Robin Streckert, der eigentlich Feuerwehrmann in Homberg ist. "Ich habe mich in einer Dusche hinter dem Vorhang versteckt, nur meine Fußspitze ein bisschen draußen gehalten", sagt er. "Der Suchtrupp hat das sehr professionell gemacht. Die haben sofort erkannt, dass sie die Zwischenräume alle durchsuchen müssen." Nur die Bergung die Treppe runter sei dann ein wenig ruppig gewesen. Für die jungen Feuerwehrmänner (und wenigen -frauen!) ist die Großübung ein kleines Event.

Der 14-jährige Pascal und der 16-jährige Philip engagieren sich in der Jugendgruppe Walsum und sind schon zum zweiten Mal bei einer Großübung dabei. Die beiden sind ein Trupp, das heißt, sie gehen gemeinsam in das Gebäude und suchen die Räume ab. "Man kann hier das zeigen, was man in den Gruppen gelernt hat", sagt Pascal. Philip ergänzt: "Das ist genau das, was die Feuerwehr macht." Am Ende lief nicht alles perfekt, streckenweise zog sich die Bergung der Verletzten zu lange hin. Von Loenhout ist trotzdem sehr zufrieden: "Bei der Berufsfeuerwehr wäre natürlich vieles präziser und schneller abgelaufen, aber die Jugendlichen haben immer sehr besonnen gehandelt." Und bei all der Seriosität und Professionalität ging es letztlich auch darum, Spaß zu haben.

(RP)