Duisburg: Jugendetat läuft aus dem Ruder: minus 12,7 Millionen

Duisburg : Jugendetat läuft aus dem Ruder: minus 12,7 Millionen

Die Ausgaben für die so genannten "Hilfen zur Erziehung" laufen in Duisburg aus dem Ruder. Das geht aus den Zahlen der finanziellen Halbjahresbilanz des Jugendamtes hervor, über die der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Montag, 5. September, berät. Nach derzeitigem Stand wird das Minus zum Jahresende rund 12,7 Millionen Euro betragen.

Eine "Bewirtschaftungssperre" hatte Kämmerin Dörte Diemert bereits vor der Sommerpause erlassen, weil die Dimension der Abweichung zwischen Prognose und Ergebnis offenbar wurde. Prompt wurden Vorwürfe laut, Diemerts Vorgänger Peter Langner habe den letzten Haushalt seiner Amtszeit "schöngerechnet", um für den Stärkungspakt Stadtfinanzen gegenüber dem Land eine "schwarze Null" - den Haushaltsausgleich - zu dokumentieren.

Im Jugendetat gibt es einerseits Verbesserungen - etwa durch mehr Elternbeiträge in der Kinderbetreuung (plus vier Millionen). Die Ausgaben fürs Personal (geplant: 73,7 Millionen) könnten gar um rund 900 .000 Euro unterschritten werden. Gleichzeitig jedoch fallen die "Sozialtransfer-Aufwendungen" bis Jahresende um 25,3 Millionen Euro höher aus als geplant. Laut eigener Prognose würde Duisburg statt der geplanten 176 Millionen dann 201,4 Millionen zahlen.

Der Löwenanteil dieses Mehraufwandes entfällt mit voraussichtlich 19,2 Millionen Euro auf die "Hilfen zur Erziehung", die nicht nur in Duisburg, sondern landesweit ansteigen. Der Grund sind laut Verwaltung "personalintensive Dienstleistungen, die an freie Träger vergeben werden".

Dazu gehört etwa die Unterrichtsbegleitung von Kindern mit Förderbedarf, die in Regelschulen wechseln. Hier soll es bald eine Neuregelung geben, die auch Kosten sparen soll.

(RP)
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