Jogginghosen-Verbot: So sieht es an Duisburger Schulen aus

Diskussion um Schlabberlook :  Jogginghosen-Verbot: So sieht es an Duisburger Schulen aus

Die Diskussion, ob Freizeitkleidung im Schulgebäude erlaubt ist, wird schon länger geführt. Immer mehr Schulen in NRW führen eine Kleiderordnung ein, weil Schüler nach Ansichten der Lehrer für den Unterricht „unangemessen“ gekleidet sind.

Zuletzt hatte eine Schule in Bad Oeyenhausen ein Jogginghosen-Verbot eingeführt.Eine solche Regelung ist in Duisburgs Schulen nicht neu. Zwei Schulen haben sich bereits vor einigen Jahren für ein Verbot des umstrittenen Kleidungsstücks entschieden. In anderen Schulen ist die Jogginghose hingegen kein Problem.

An der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule in Hamborn gibt es seit Jahren ein Verbot der Jogginghose: „Die Regeln beziehen sich auch auf T-Shirts mit politischen Botschaften“, ergänzt Schulleiter Karl Hußmann, „Wir haben unsere Schulstruktur geändert und definieren einen Schultag als Arbeitstag“. Wenn neue Schüler kommen, wird ihnen direkt die Kleiderordnung vorgestellt. Die Umstrukturierung umfasse aber mehr als nur eine neue Kleiderordnung.

Auch bei der Sekundarschule am Biegerpark in Duisburg-Süd sei das Verbot schon lange etabliert. „Bei uns wurde das gemeinsam mit allen bei der Schulkonferenz mit Schülern und Eltern beschlossen“, erklärt Schulleiter Pavle Madzirov. Die gemeinsame Entscheidung begründet er so: „Wir halten es für komplett falsch, wenn etwas von oben bestimmt wird“.

Wenn aber doch mal ein Schüler in Sporthose komme, gebe es einen Eintrag ins Logbuch. Bei einem zweiten Mal, müsse sich der Schüler Zuhause umziehen. Dies sei aber noch nicht vorgekommen, so Madzirov. So lange die Kleidung für eine Bildungseinrichtung angemessen sei, könne man sich als Schüler freu entfalten. Die Regelung gelte auch für die Pädagogen. „Lehrer sollten Vorbilder sein und auch angemessen gekleidet sein.“

Im Gespräch sei das Thema auch an der Gesamtschule Duisburg-Mitte. „Wir finden es nicht gut und versuchen schon drauf zu achten, dass die Jogginghose in der Schule nicht alltäglich ist“, sagt Schulleiter Ernst Wardemann. Er setze in der Schule auf Gespräche, anstatt Verbote. „Wir versuchen einzelne Schüler anzusprechen und leisten Überzeugungsarbeit.“ Problematisch sei auch, wenn die gleiche Hose nach dem Unterricht im Sportunterricht getragen werde. Kappen sind im Unterricht und im Sekretariat nicht erlaubt. „Das hat etwas mit Höflichkeit und Respekt zu tun.“

Auch am Landfermann-Gymnasium habe man bereits über eine Jogginghosen-Regelung gesprochen. „Es gibt Schüler, die das tragen, aber es sind nicht viele“, sagt Schulleiter Christof Haering, „Bei Bewerbungstrainings und mündlichen Prüfungen empfehlen wir das Tragen von angemessener Kleidung.“ Im Unterricht seien aber Mützen und Anoraks nicht erlaubt.

Gar kein Thema sei die Jogginghose am Elly-Heuss-Knapp Gymnasium und an der Gustav-Heinemann-Realschule. „Es tragen bei uns nicht viele Schüler eine Jogginghose“, begründet die stellvertretende Schulleiterin Ute Gibbels.

(mh)
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