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Duisburg: Joboffensive zieht positive Zwischenbilanz

Duisburg : Joboffensive zieht positive Zwischenbilanz

Für Ann-Katrin Walter markiert das Restaurant "Planet Hollywood" das Ende einer Durststrecke. Nach rund einem Jahr Arbeitslosigkeit konnte der Duisburgerin eine Vollzeitstelle in dem Restaurant vermittelt werden.

Geholfen hat ihr dabei die Joboffensive Duisburg, die seit Februar dieses Jahres intensiv Arbeitslose betreut und sie in neue Jobs vermittelt — mit Erfolg, denn in diesem Monat konnte das Projekt die 1000. Vermittlung vermelden.

Norbert Maul, Geschäftsführer des Duisburger Jobcenters, erklärt die positive Bilanz des Projektes mit dem Konzept der Joboffensive: "Die enge Betreuung der Arbeitslosen ist der Schlüssel zum Erfolg." Insgesamt 20 Arbeitsvermittler begleiten jeweils maximal 100 Arbeitslose. Dadurch wird eine intensive und regelmäßige Betreuung gewährleistet; im dreiwöchigen Takt treffen sich die Vermittler mit den an dem Projekt teilnehmenden Arbeitslosen. Neben der niedrigen Betreuungsrelation zeichnet sich das Projekt auch durch eine Kooperation mit Duisburger Unternehmen aus. So lief es auch bei der Eröffnung von "Planet Hollywood".

Noch lange bevor das Restaurant seine Pforten öffnete, half das Duisburger Jobcenter bei der Vermittlung von potenziellen Arbeitskräften. Die Kooperation geht dabei über eine reine Vermittlung hinaus. "Wenn es ein Problem gibt, sind wir diejenigen, die es auszuräumen haben", erklärt Maul die Aufgabe der Joboffensive. Im Fall von Ann-Katrin Walter bestand das Problem beispielsweise darin, dass sie durch die späten Arbeitszeiten im Restaurant keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, mit Bus oder Bahn nach Hause zu kommen. Doch daran sollte die Vermittlung der 29-jährigen Köchin nicht scheitern, so dass ihr das Jobcenter einen Leihwagen organisierte.

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Vom Erfolg der Joboffensive ist auch Oberbürgermeister Sören Link überzeugt: "Ein leistungsfähiges Jobcenter streichelt die Seele einer Stadt", erklärt er. Trotz dieses Erfolges bleiben aber offene Baustellen im Duisburger Jobcenter: Die Joboffensive richtet sich an knapp 2000 Arbeitslose mit guten Vermittlungschancen; für die übrigen häufig Langzeitarbeitslosen gestaltet sich die Betreuung aufgrund von Mitarbeiterengpässen schwieriger.

Dass die bessere Betreuung durch die Joboffensive gegenüber Langzeitarbeitslosen ungerecht sei, bestreitet Link und mahnt, das Projekt unabhängig vom restlichen Jobcenter zu sehen. Bis Ende Januar 2015 soll die Joboffensive weitere Arbeitslose, die laut Jobcenter dem Arbeitsmarkt nahe stehen, vermitteln. Ob und wie sich bis dahin die Betreuung der übrigen Erwerbslosen verbessern wird, besonders im Hinblick auf die ab Januar 2014 auf den Arbeitsmarkt drängenden Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien, bleibt offen.

(RP)