Duisburg: Jede Stimme ist morgen wichtig

Duisburg: Jede Stimme ist morgen wichtig

Morgen wählt Europa, und zum Leidwesen von Dr. Jürgen Kämpgen werden wohl wieder zu wenige Bürger aller Altersgruppen an die Wahlurne treten. Der 69-jährige Duisburger ist überzeugter Europäer schon seit seiner Jugend, und es ist ihm ein Anliegen, dass vor allem die heutige Jugend ebenfalls europäisch denkt.

Dazu gehöre auch, seine Stimme einer der 31 Parteien zu geben. Sein Appell: durch eine hohe Wahlbeteiligung das Europäische Parlament stärken.

Bereits 1957 hatte der gebürtige Berliner den "Bund europäischer Jugend", Ortsverband Hamborn, gegründet, von 1976 bis 2006 war er Vorsitzender der Europa-UnionDuisburg, Kreisverband Duisburg-Mülheim-Niederrhein.

Inzwischen ist er Ehrenvorsitzender der überparteilichen Europa-Union. Von der "größten Friedensverbindung" spricht Dr. Kämpgen, wenn er von "seiner" Europa-Union berichtet, denn: "Die Vereinigten europäischen Staaten haben Kriege verhindert!"

Außerdem stehen sie seiner Überzeugung nach bei vielen wirtschaftlichen Fragen Pate.

Schlüsselerlebnis in der Kindheit

Weil Europa "unsere Zukunft ist" und viele Probleme nur auf dieser hohen Ebene gelöst werden können, sollte jeder volljährige Bürger wählen gehen. Das ist die Auffassung von Dr. Kämpgen, der sich auch als stellvertretender Landesvorsitzender der Europa Union europäisch-überparteilich einsetzte.

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Tätig war er als kaufmännischer Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes in Hamborn.

Ein Schlüsselerlebnis in seiner Kindheit brachte Kämpgen auf den "gemeinsamen europäischen Weg". Mit seinen Eltern ins Lipperland evakuiert, war er 1945 als Kind Zeuge, als ein mit deutschen Soldaten besetzter Lastwagen beschossen wurde. Die verbrannten Leichen der Soldaten prägten sich unauslöschlich in sein Gehirn ein.

Auf dem Leibniz-Gymnasium in Hamborn baute Kämpgen in der Oberstufe einen "Arbeitskreis Europa" auf, 1957 gründete er den Ortsverband Hamborn des "Bundes europäischer Jugend" (heute: Junge europäische Förderalisten) und führte für diese Jugendorganisation der Europa Union Deutschland Veranstaltungen durch.

Noch viel Arbeit zu leisten

Jürgen Kämpgen, bei dem sich also bereits in seiner Jugend der europäische Gedanke im Kopf festgesetzt hatte, möchte, dass es bei der heutigen Jugend ähnlich ausschaut — weil sich das "Vereinigte Europa" noch nicht in seinen endgültigen Grenzen befindet. Hier könne und müsse noch viel Arbeit geleistet werden durch die Abgeordneten (736, 99 deutsche Sitze), die morgen gewählt werden. So klopfen Staaten wie die Ukraine, die Türkei und Kroatien an den europäischen Pforten an.

Vor Augen führen sollten sich laut Dr. Kämpgen die Duisburger Wahlberechtigten für das Europäische Parlament, dass in Straßburg nicht nur Entscheidungen "weit weg" getroffen werden, sondern dass vielmehr "auch hier in Duisburg die Bürger schon sehr von der Europäischen Union" profitiert haben. Das lasse sich auch in Euro und Cent darstellen.

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(RP)