Jan Krott und Stephan Schetter entwickeln Duisburgs ersten Gin

Duisburgs erster Gin : Aus einer Schnapsidee wird Schnaps

Die Duisburger Jan Krott und Stephan Schetter haben nach eigener Rezeptur eine neue Gin-Sorte entwickelt – es ist die erste, die aus Duisburg kommt.

Aus einer Schnapsidee wird Schnaps: Jan Krott und Stephan Schetter destillieren Duisburgs ersten Gin. Das Besondere: Sie machen das in Handarbeit – und mit Hopfen. Männerabend in der Alt-Walsumer Kneipe „Claus“: Beim 15. „Köpi“ hat Jan Krott (36) nicht eine, sondern die Idee: „Lass uns Gin machen!“. „Jawoll! Mit Hopfen, dat muss knallen!“, willigt sein Kumpel Stephan Schetter (52) ein. Zwei Jahre, 40 Rezepte und eine abgebrannte Küche später ist es soweit: „Humulupu“, der erste Gin aus Duisburg, kann seit einigen Wochen eisgekühlt die Kehle hinuntergleiten.

Das aus einer klassisch-bierseligen Kneipen-Fantasie tatsächlich etwas ebenso Handfestes wie äußerst Genießbares geworden ist, verdanken die beiden Männer einer einfachen Rezeptur: „Wir haben einfach Bock drauf“, sagt Schetter. Dieser Satz ist auch das bevorzugte Motto der neuen Wacholder-Experten, die den zweifach destillierten Gin zunächst hobbymäßig vertreiben wollen. „Man kann kreativ sein, sich entfalten und vielleicht wirft’s ja auch finanziell was ab“, sagt Jan Krott.

So sieht das Etikett der Flasche aus, in der Gin aus Duisburg verkauft wird. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services/Lars Heidrich

Um reinen Alkohol herzustellen, braucht es erstmal keine Muse: Der Rohalkohol besteht aus 100 Prozent Weizen. Dann geht das Experimentieren erst richtig los: Krott und Schetter probierten monatelang verschiedenste Zutaten und Mengen aus, schälten kiloweise Zitronen und Limetten. „Beim Erhitzen hat einmal die Küche Feuer gefangen“, lacht der Ingenieur Schetter, der seit einiger Zeit im Zweitberuf „InGINieur“ ist. Herausgekommen ist „Humulupu“: „Das setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der botanischen Bezeichnung für Hopfen (Humulus Lupulus) zusammen und kann auch noch betrunken bestellt werden“, witzelt Krott.

Bis der Genever in der eleganten, milchig-glasigen 0,5-Liter-Flasche landet, bedarf es zweier Destillationsverfahren: Wacholderbeeren, Hopfenblüten, Koriander, Orangen- und Zitronenschalen sowie „Geheimzutaten“ legen die beiden Männer in den Rohalkohol ein. Daraufhin folgt die erste Destillation, die Mazeration genannt wird. „Das zweite Verfahren besteht darin, dass wir das Mazerat als Dampf durch weitere Aromen und Gewürze schicken“, erklärt Krott.

Limetten zur Genüge haben die beiden Gin-Experten immer dabei, wenn sie ihr Getränk mundgerecht servieren. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services/Lars Heidrich

Heraus kommt ein „dezent hopfiger, milder Geschmack, der im Nachgang Schärfe aufweist“, so die Gin-Sommeliers, die ihren „Humulupu“ in einem fast 100 Jahre alten Kupferkessel in Kevelaer brennen lassen. Auf dem weißen Etikett des Hopfen-Gins findet sich neben Wacholderbeeren die Heimat der beiden Männer wieder. „Unten ist die Walsumer Rheinaue skizziert und darüber fliegt ein Storch.“ Eine eher unabsichtliche Verbindung zu Duisburg ist der Alkoholgehalt: 47 Prozent hat die Spirituose, mit den Ziffern 47 fangen die Duisburger Postleitzahlen an.

Abnehmer haben Krott und Schetter schon in Getränkehändlern, Hotels und Restaurants gefunden – auf ihren Promotiontouren immer mit dabei: Eiswürfel, Zitronen, Limetten, Hopfenblüten und „Mediterranean“-Tonic Water. „Das schmeckt einfach am besten in dieser Kombination. Pur oder in anderen Cocktails schmeckt unser Gin aber immer noch einzigartig besonders.“

(jb)
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