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Duisburg: Iveta Apkalna lässt die Orgel der Mercatorhalle leuchten

Duisburg : Iveta Apkalna lässt die Orgel der Mercatorhalle leuchten

Mit der Orgel der Philharmonie Mercatorhalle ist Iveta Apkalna eng verbunden: 2009 gestaltete die lettische Organistin die feierliche Einweihung des prachtvollen Instruments, und zwei Jahre darauf war sie hier als Solistin im Philharmonischen Konzert zu erleben. Spätestens seit Iveta Apkalna 2016 zur Titularorganistin der neuen Hamburger Elbphilharmonie ernannt wurde, ist sie auch einem breiteren Publikum bekannt.

Klar, dass da das vierte und somit für die laufende Saison 2017/2018 bereits letzte Konzert der Reihe "Toccata - thyssenkrupp-Orgelkonzerte am Samstagnachmittag" besonders gut besucht war. Den Kern von Apkalnas Programm bildeten drei Werke ihrer lettischen Landsleute. Es begann mit dem "Lied der Wellen" von Jazeps Vitols (1863-1948), der für Lettland eine ähnliche Bedeutung hat wie Jean Sibelius für Finnland, auch die Lettische Musikakademie in der Hauptstadt Riga ist nach ihm benannt. Hier erklang es in der Bearbeitung für Orgel von Apkalnas "Orgelvater" Talivaldis Deksnis (1946-2018), bei dessen Beerdigung vor einem Monat sie es spielte. Auch die Noten des 1994 entstandenen, aber fast ebenso romantischen "Ave Maria" der 1939 geborenen Maija Einfelde hatte Professor Deksnis seiner begabtesten Schülerin geschenkt.

Der Dritte im Bunde war Alfreds Kalnins (1879-1951) mit seiner überschwänglichen Fantasie g-Moll. Dazwischen gab es zwei großformatige Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, nämlich Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 (mit dem berühmten Pedalsolo im ersten Teil) und die leidenschaftliche Fantasie G-Dur BWV 572.

Kaum jemand bringt diese Eule-Orgel so zum prägnanten Leuchten wie Iveta Apkalna. Der helle Ausdruck hat bei ihr meistens auch ein rhetorisches Bewusstsein. Die Begeisterung verlangte nach einer Zugabe, es wurde das zehnminütige, meditative "Spiegel im Spiegel" von dem 1935 geborenen Esten Arvo Pärt in der Bearbeitung für Orgel von Giovanni Battista Mazza.

(hod)