Duisburg: ISE-Werk: Sozialplan für Mitarbeiter

Duisburg : ISE-Werk: Sozialplan für Mitarbeiter

Anfang Juli hatten Belegschaft und IG Metall ein letztes Mal mobil gemacht. Doch der Arbeitskampf beim Automobilzulieferer ISE im Duisburger Süden konnte die Auflösung des Werkes nicht verhindern.

Am Montag verkündete die mexikanische Metalsa, seit Mai Eigentümer von ISE, dass 97 Mitarbeiter des Duisburger Werks ein Angebot für neue Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens bekommen. Für alle Beschäftigte wurde ein Sozialplan verabschiedet.

"Wir mussten diese schmerzliche Entscheidung treffen, um den Bestand des Unternehmens und damit eine große Anzahl von Arbeitsplätzen zu sichern", wird Rüdiger Hoffmann, ISE-Geschäftsführer am Stammsitz Bergneustadt in der offiziellen Stellungnahme des Unternehmens zitiert: "Umso größer ist nun unsere Erleichterung, dass wir eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung gefunden haben, die insbesondere die Belange der Beschäftigten berücksichtigt."

Am ISE-Geschäftsführer hatte sich bis zuletzt der Widerstand der Belegschaft entzündet. Negativer Höhepunkt der schwierigen Beziehung war die Kündigung der Betriebsräte Anfang Juli durch das ISE-Management. Spontan formierte sich eine Kundgebung vor dem Werk in Hüttenheim. IG Metall-Bevollmächtigter Jürgen Dzudzek kündigte damals der ISE-Geschäftsführung harte Gegenwehr an: "Sie haben ab jetzt die gesamte IG Metall gegen sich."

Die Nachricht vom ausgearbeiteten Sozialplan für die 160 Mitarbeiter am Standort Duisburg erwischte Dzudzek am Montag allerdings auf der Rückfahrt aus dem Urlaub. Eine Stellungnahme wollte der Gewerkschafter deshalb nicht abgeben. Metalsa begründet die Schließung des Duisburger Werks mit Konsolidierungsanstrengungen: Die Gruppe sehe sich gezwungen, die Produktion schrittweise zu den Fertigungsstätten in Bergneustadt und Witten zu verlagern.

(boett)
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