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Duisburg: iPhones für die Knöllchenjäger

Duisburg : iPhones für die Knöllchenjäger

In Aachen haben alle 100 Politessen ein iPhone bekommen. Falsch parkende Autos werden damit fotografiert. Die Stadt spart so 100 000 Euro pro Jahr. Duisburg ist an diesem System interessiert, es laufen aber noch Leasingverträge.

Die 100 Politessen, die auf Aachener Straßen Knöllchen schreiben, sind guter Dinge. Sie haben nämlich vom Ordnungsamt je ein nagelneues iPhone 4 bekommen. Und zwar aus dienstlichen Gründen.

"Die Stadt spart auf diese Weise rund 100 000 Euro pro Jahr", sagt Detlev Fröhlke, Leiter des Ordnungsamtes. Bisher mussten die Politessen einmal pro Woche in die Zentrale kommen. Dort speisten sie manuell die Daten der ertappten Verkehrssünder ins System. Die mit iPhone ausgestatteten Knöllchenjäger brauchen nur noch den Falschparker mit dem Handy zu fotografieren und können mit einem kleinen Zusatzprogramm (App) die Daten sofort online ins System einspeichern.

Wäre das auch für Duisburg eine praktikable Idee? Schließlich ist die Stadt finanziell gesehen nicht gerade auf der Sonnenseite, und eine Einsparung im sechsstelligen Bereich würde der Kommune sicherlich guttun. Pressesprecher Frank Kopatschek signalisiert Interesse: "Wir schauen uns genau an, wie in Aachen vorgegangen wird." Doch in näherer Zukunft ist nicht damit zu rechnen, dass sich Duisburg von den Aachener Kollegen inspirieren lässt. Denn: In Duisburg werden die aktuellen Knöllchen-Maschinen geleast, und die Leasingverträge laufen noch zwei Jahre.

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Potenzial wäre allerdings in der Stadt genügend vorhanden. Jedes Jahr werden 300 000 bis 350 000 Knöllchen verteilt. "Wir nehmen dadurch rund fünf Millionen Euro ein", unterstreicht Frank Kopatschek. In Duisburg sind die Knöllchenjäger mit sogenannten mobilen Datenerfassungsgeräten (Mobidat) ausgestattet. Wer auf dem Bordstein oder in der Feuerwehrbewegungszone parkt, muss nicht lange auf sein "Ticket" warten. Die Geräte sind nämlich mit Druckern ausgestattet. So kann die Politesse das Protokoll gleich hinter die Windschutzscheibe des Verkehrssünders heften. Wären die Duisburger Politessen mit iPhones ausgestattet, hätte das mehrere Vorteile. Zum einen könnten die falsch geparkten Autos fotografiert und so Beweismaterial gesichert werden. Auch die Ventilstände lassen sich so festhalten. Es kommt nämlich nicht selten vor, dass ein Falschparker behauptet, nur drei Minuten im Halteverbot gestanden zu haben, wieder weggefahren zu sein und an selber Stelle erneut geparkt zu haben. Vor Gericht lässt sich das durch die Beweisfotos widerlegen. Weiterer Vorteil: Das iPhone wiegt nur rund 150 Gramm, die Mobidats dagegen mehr als fünf Mal so viel.

Mit ein wenig Kreativität ließen sich noch weitere Einsatzmöglichkeiten für Dienst-iPhones denken. So könnten Ordnungsamts-Mitarbeiter Hunde in flagranti bei ihrem "Geschäft" ablichten und so Beweise sichern. Oder wilde Müllkippen könnten dokumentiert werden.

(RP)