Laut Insa-Studie AfD könnte Wahlkreis in Duisburg gewinnen

Duisburg · Die Meinungsforscher von Insa sehen die AfD im nördlichen Wahlkreis in Duisburg vorne. Die Stadtbezirke dort gelten eigentlich als SPD-Hochburgen. Doch die Studie ist mit allergrößter Vorsicht zu genießen – denn eine Umfrage gab es streng genommen gar nicht.

 Die AfD liegt derzeit in Umfragen zum Teil bei 20 Prozent.

Die AfD liegt derzeit in Umfragen zum Teil bei 20 Prozent.

Foto: dpa/Michael Kappeler

Die AfD erreicht in Umfragen derzeit Höchstwerte. Nun sieht eine Studie des Meinungs- und Forschungsinstituts Insa zwei Wahlkreise in NRW an die Rechtspopulisten gehen: Duisburg II und Gelsenkirchen. Auf der aktuellen Wahlkreiskarte von Insa sind beide Wahlkreise – eigentlich SPD-Hochburgen – hellblau eingefärbt. Demnach würde die AfD dort mit einem knappen Vorsprung von weniger als drei Prozentpunkten gewinnen. Genaue Zahlen zu den Stimmenanteilen der Parteien weißt die Studie nicht aus.

Die Wahlkreiskarte des Instituts ist allerdings mit größter Vorsicht zu genießen. Denn: In den einzelnen Wahlkreisen wurde keine ausreichend repräsentative Zahl an Wählern befragt. Streng genommen handelt es sich nicht einmal um eine Umfrage. Insa rechnet für die Erhebung ihre deutschlandweite Sonntagsfrage einfach auf die Wahlkreise runter. Das Institut schreibt selbst dazu auf seiner Homepage: „Wir berechnen regelmäßig, wie nach dem jeweils aktuellen Insa-Meinungstrend und einer bewährten Modellrechnung die Stimmenmehrheit in den Wahlkreisen nach Parteizugehörigkeit aussehen.“

In den sozialen Netzwerken hat die Karte bereits für Aufsehen gesorgt. Auch die CDU Duisburg äußerte sich am Freitagmittag. In einer Mitteilung der Partei heißt es: „Dieses Umfrageergebnis ist alarmierend für alle demokratischen Parteien, besonders jedoch, sollte dies ein Weckruf für die SPD-geführte Bundesregierung in Berlin sein.“ Es werde von der Ampelkoalition offenbar versäumt, die Sorgen und Ängste der Bevölkerung angemessen zu adressieren und wirksame Lösungen für die aktuellen Herausforderungen anzubieten, schreibt Dennis Schleß, CDU-Ratsmitglied aus Duissern. In den Umfragen liegt die AfD im deutschlandweiten Trend zum Teil bei 20 Prozent. In einigen ostdeutschen Bundesländern ist sie sogar stärkste Kraft.  

2021 hatte die SPD bei der Bundestagswahl den Wahlkreis Duisburg II klar genommen, Mahmut Özdemir erhielt damals 39,4. Die AfD kam mit ihrem Kandidaten Rainer Holfeld auf 13,8 Prozent. In Gelsenkirchen sah es ähnlich aus: Bei der Erststimme erreichte die SPD dort mehr als 40 Prozent, die AfD hingegen 14 Prozent.

(atrie)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort