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Gesundheit Eine Aktion Der Rp Und Des Evangelischen Klinikums Niederrhein: Innovative Implantate als Gelenkersatz

Gesundheit Eine Aktion Der Rp Und Des Evangelischen Klinikums Niederrhein : Innovative Implantate als Gelenkersatz

Etwa 2800 Operationen jährlich führt die Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie an allen Gelenken einschließlich Gelenkersatz an Hüften, Schultern, Knien und Sprunggelenken durch.

Ärztliches und pflegerisches Fachpersonal für das gesamte Operationsspektrum der Unfallchirurgie und Orthopädie kümmert sich in der gleichnamigen Abteilung der Evangelischen Kliniken Niederrhein um die Patienten. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Jürgen Schmitz werden etwa 2800 Operationen jährlich an allen Gelenken einschließlich Gelenkersatz an Hüften, Schultern, Knien und Sprunggelenken durchgeführt.

"Anhand der orthopädischen Chirurgie kann man die rasante Entwicklung der Medizin ablesen", erklärt Dr. Schmitz, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiert und 1993 vom Bochumer "Bergmannsheil" an das Evangelische Krankenhaus Dinslaken wechselte. "Früher standen uns Kniegelenksprothesen in drei Größen zur Verfügung, heute haben wir 19 verschiedene künstliche Kniegelenke. Ein operativer Eingriff dauerte vier Stunden. Heute führen wir dieselbe Operation in 50 Minuten durch."

Schmitz erläutert weiter: "Beim Gelenksersatz, der Endoprothetik, greifen wir auch auf innovative Implantate zurück, die dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechen und deren Einsatz sich im Rahmen validierter Nachuntersuchungen bewährt hat." Ein von ihm selbst entworfenes Hüftgelenk wird mittlerweile europaweit verwendet. Computerunterstützt lassen sich diese Implantate millimetergenau einsetzen, um einen möglichst natürlichen Bewegungsablauf zu erhalten. In der Regel verlässt der Patient bereits nach acht bis zehn Tagen die Klinik in Richtung Reha.

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Viele zu operierenden Patienten geben vor dem Eingriff eine Eigenblutspende ab. So kann bei großen Operationen nahezu völlig auf die Verwendung von Fremdblut verzichtet werden - die Rate liegt unter einem Prozent. "Zudem verfügen wir über eine eigene Knochenbank", berichtet Schmitz weiter. "Entnommene Hüftköpfe werden eingefroren. Das Material kann in anderen Bereichen des Körpers für dringend benötigten Ersatz sorgen, etwa bei Kiefer-, Schädel- oder Hüftknochen."

Auch das gesamte unfallchirurgische Spektrum wird von Dr. Schmitz und seinen Mitarbeitern abgedeckt. Die Notfallversorgung der Unfallverletzten aus der Umgebung wird rund um die Uhr sichergestellt, wobei Schädel-Hirn-Verletzungen in Zusammenarbeit mit der neurochirurgischen Abteilung des Klinikums betreut werden. Eine neue zentrale Notaufnahme für das Dinslakener Krankenhaus befindet sich derzeit im Bau. Dr. Schmitz: "Wir wurden bei der Planung mit einbezogen, um einen besseren, schnelleren und reibungslosen Ablauf notwendiger Maßnahmen zur Patientenversorgung sicherzustellen, wie zum Beispiel eine direkte Anbindung an den Schockraum."

Für die Zukunft gilt hier: "Wenn man sich nicht verbessert, hört man auf, gut zu sein." Dr. Schmitz: "Mit Hilfe der endoskopischen Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) sind die Patienten schneller wieder fit. Die Technik lässt sich weiter verfeinern, um die körperliche Unversehrtheit des Patienten zu steigern." Bereits im Laufe dieses Jahres steht die Anerkennung der Zertifizierung als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung an. Ebenfalls für 2014 ist die Einrichtung eines Regionalen Traumazentrums Duisburg-Nord geplant. Die chirurgischen Voraussetzungen sind bereits geschaffen, sämtliche Disziplinen miteinander vernetzt.

Besonders am Herzen liegt Schmitz die gute Zusammenarbeit aller 27 Fachbereiche des Evangelischen Klinikums Niederrhein. "Die Patientenversorgung in den vier Krankenhäusern erfolgt praktisch auf Zuruf", so der Mediziner. "Angefangen bei der Aufnahme, über umfassende Untersuchungen, der Erstellung eines - wenn nötig - interdisziplinären Behandlungsplanes, notwendige OP- und Nachsorgemaßnahmen bis hin zur Reha begleiten wir unsere Patienten."

(RP)