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Lieber Im Zentrum Investieren: Innenstadt profitiert nicht vom DOC

Lieber Im Zentrum Investieren : Innenstadt profitiert nicht vom DOC

Ich habe noch nie bei einem Bürgerbegehren mitgemacht. Denn entweder fand ich die Themen nicht bedeutend genug oder vermutete hinter der Aktion nichts anderes als primitive politische Machtspielchen. Beim Begehren "Für die Weiterentwicklung der Innenstadt" aber denke ich darüber nach. Denn ich bin leidenschaftliche Duisburgerin und ärgere mich schwarz darüber, wie ein Investor aus Berlin glaubt, mit uns umspringen zu können. Von denjenigen, die an der Stadtspitze sitzen und in der Kommunalpolitik das Sagen haben, erwarte ich, dass sie für unsere Stadt arbeiten. Und das tun sie im Fall vom DOC nicht. Ich habe den Eindruck, dass sie einem Investor auf den Leim gehen, der nicht verlässlich ist und schon einmal viel versprochen (Höffner-Möbelzentrum) und nichts gehalten hat und nun mit aller Macht versucht, aus einer Industriebrache möglichst viel Profit zu schlagen.

Ich halte es für naiv zu glauben, dass die Innenstadt von dem DOC profitiert. Im Masterplan Innenstadt gibt es Aussagen dazu, was Duisburg gut tut und was schadet. Rund um den König-Heinrich-Platz ist unsere City wirklich nett geworden. Um zu verhindern, dass es unserer Königstraße so ergeht wie der Oberhausener Marktstraße nach der Eröffnung des Centro, muss in erster Linie der Handel mehr Aktivitäten zeigen als bislang. Wir brauchen ein Innenstadtmanagement, das sich durch hohe Kreativität auszeichnet und dazu eine Politik, für die die Stärkung der City oberste Priorität hat. Wir brauchen kein DOC, das Kunden aus der City zum Güterbahnhof lockt, sondern ein Zentrum, das mit Attraktivität und Besonderheiten strahlt. Statt den Blütenträumen eines Investors hinterherzujagen, sollte die Politik Einfluss darauf nehmen, dass der Einzelhandel entlang der Kö mehr Blumen setzt. Der OB hat für die Kö-Brunnen Paten gefunden. Was spricht dagegen, dass sich auch Spender auftreiben lassen, die zum Beispiel die schmierigen Glasdächer dauerhaft sauber halten und verschönern. Statt Geld für die Entwicklung des Brachgeländes am Innenstadtrand auszugeben, sollte es im Zentrum investiert werden. Zum Beispiel, um eine attraktive Verbindung zum Innenhafen herzustellen. Und da meine ich nicht schon wieder neue Hinweisschilder. Ohne jeden Zweifel sind genau die Händler gefordert, die in der Vergangenheit immer wieder neue Ausreden fanden, warum sie nicht investieren und mit einer Aktion wie "Heimatshoppen" vor der Internet-Konkurrenz warnen, statt mit wirklich guten Ideen dagegen zu halten. Dass das Bürgerbegehren gegen das DOC vom Handel initiiert wurde, stört mich. Denn die Gefahr ist groß, dass er sich bei Erfolg weiter ganz bequem in seiner Trägheit einrichtet. Aber es gibt keine Alternative, als ihm noch einmal eine letzte Chance zu geben und darauf zu hoffen, dass er diesmal den Warnschuss wirklich verstanden hat. Hildegard Chudobba

(RP)