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Innenhafen Duisburg: Taucher putzen das Hafenbecken

Reinigungsaktion im Innenhafen : Frühjahrsputz im kalten Wasser

Mitglieder des Vereins „Taucher im Nordpark“ reinigten am Wochenende das Becken am Innenhafen von Müll und Unrat. Die Aktion ist eine schöne und zugleich traurige Tradition.

Einmal im Jahr ist großes Reinemachen am Duisburger Innenhafen. Dann steigen Mitglieder des Vereins „Tauchen im Nordpark Duisburg“ und weitere befreundete Taucher anderer Vereine hinab, um das Becken von Müll und Unrat zu befreien. Am vergangenen Samstag war es wieder soweit. Mittlerweile ist die Aktion eine schöne und zugleich traurige Tradition geworden. „Es wird gefühlt Jahr für Jahr mehr Müll“, sagt Michael Drecker, Vorsitzender des Vereins.

Gegen 10.30 Uhr gleiten die ersten von insgesamt 30 Tauchern ins Wasser. Die äußeren Bedingungen sind der Jahreszeit entsprechend angenehm. Um die acht Grad beträgt die Wassertemperatur. Marc Brode hat schon seinen Neoprenanzug angezogen und wartet darauf, dass es endlich losgeht. „Ich bin gespannt, was wir heute alles finden werden“, sagt er. Seine Ausrüstung bestehend aus Tarierweste, Atemregler, Brille, Flossen und Druckluftflaschen, liegt auf einem Anhänger. Rund 40 Kilogramm liegen Marc Brode dann auf dem Rücken. Unter Wasser wird er das Gewicht glücklicherweise kaum noch merken.

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Aufgrund der rund sechs Hektar großen Fläche des Beckens wird er mit einigen anderen Tauchern ein paar Hundert Meter entfernt vom provisorischen Lager mit der Reinigung beginnen. Laut Drecker sollen mehrere Teams an verschiedenen Stellen den Boden absuchen. Die Suche erstreckt sich vom nordöstlichen Teil des Innenhafen-Beckens bis hin zur Brücke am Philosophenweg.

Eines der wichtigsten Utensilien an diesem Tag sind Netze, mit denen die Taucher den Müll einsammeln und an die Oberfläche befördern. Größere Funde werden mit der Hilfe von Mitarbeitern an Land geborgen. Einen Schatz haben sie in all den Jahren noch nicht gefunden. Dafür unzählige menschliche Hinterlassenschaften. Innerhalb von zwölf Monaten kommt einiges zusammen. „Dosen, Glasflaschen und ein Stahlrohr“, zählt Drecker die Gegenstände aus der Vergangenheit auf. Ähnliches befürchtet er auch dieses Mal.

Seit mehr als zehn Jahren treffen sich die Taucher zum Frühjahrsputz. Klassiker wie Fahrräder waren schon dabei. Letztes Jahr entdeckten die Taucher unter Wasser Absperrbaken. Es wird vermutet, dass sie von einer Baustelle, die sich in unmittelbarer Nähe des Hafenbeckens befindet, entwendet und danach mutwillig versenkt wurden. „Letztes Jahr haben wir eine Armbanduhr gefunden“, erinnert sich Drecker und fügt lächelnd hinzu: „Die hat sogar noch funktioniert.“ Ihre Wasserdichtigkeit hat das gute Stück somit über lange Zeit bewiesen. Auch ein Portemonnaie, wie es in der Gastronomie von Kellnern genutzt wird, fand seine letzte Ruhestätte im Becken. Der Fundort lag in etwa auf der Höhe des ehemaligen Diebels-Brauhauses. „Wahrscheinlich hat jemand das Portemonnaie von einem Kellner gestohlen, das Geld genommen und es dann achtlos weggeworfen“, mutmaßt Drecker.

Nach der Aktion werden die Fundstücke wie immer gesammelt und schließlich von den Wirtschaftsbetrieben abgeholt und entsorgt.