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Inklusion im Duisburger Süden: Tanzgruppe Speechless trainiert für Tanztage

Inklusion im Duisburger Süden : Bühne frei für „Speechless“

Die Tanzgruppe der Duisburger Werkstätten für Menschen mit Behinderung absolvierte ihre erfolgreiche Generalprobe für die bevorstehenden Duisburger Tanztage.

Als die Musik ertönt, sind alle voll in ihrem Element. Die Tanzgruppe „Speechless“ spitzt die Ohren, spürt den Rhythmus und hat nur Augen für Sofia Koss. Die Heilerziehungspflegerin und Hip-Hop-Trainerin leitet den Kurs. Gemeinsam mit ihr üben sie an der finalen Choreographie für die Duisburger Tanztage.

Die elf Tänzer aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung kommen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen wie Küche und Montage. In schwarzen Hosen und weißen T-Shirts ihres hauseigenen Labels „esthétique“, für das die Werkstatt im Jahr 2017 mit dem German Design Award Special ausgezeichnet wurde, sitzen sie konzentriert auf Stühlen. Alles muss für den großen Auftritt perfekt inszeniert sein. Seit April letzten Jahres wird intensiv gearbeitet. Seitdem hat man sich immer einmal pro Woche getroffen und an den einzelnen Abläufen gefeilt. Höchstens vier Minuten darf der Auftritt dauern. Sofia Koss hat das zeitliche Limit fast bis auf die letzte Sekunde ausgeschöpft. „Wenn die Zeit überschritten wird, wird die Musik abgedreht“, meint Koss. Sie ist aber davon überzeugt, dass die Zeit ausreichen wird, um die Jury und das Publikum zu überzeugen.

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Mehrere kurze Liedsequenzen mit unterschiedlichen Tanzrichtungen folgen nacheinander. „Du fühlst, dass du lebst. Weil du tanzt und fliegst, du schwebst“, singt Andreas Bourani aus dem Rekorder. Gefolgt von Sarah Connors gefühlvoller Pop-Ballade „Wie schön du bist“. Auch die Party-Fraktion kommt nicht zu kurz und darf sich über „Was geht ab. Wir feiern die ganze Nacht“ von den Atzen freuen. In Gebärdensprache tanzen sie gemeinsam die Lieder und lassen die Melodien auf sich wirken. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir einige mit dem Auftritt sprachlos machen werden“, meint Jutta Lütke Vestert, Leiterin Innovationsmanagement und Kommunikation der Werkstätten, und spielt mit ihrer Aussage auf den englischen Namen der Tanzgruppe („Speechless, zu Deutsch: sprachlos) an.

Die Duisburger Tanztage sind mit mehr als 5000 Tänzerinnen und Tänzern das größte Amateur-Tanzfestival in Deutschland. Vor zwei Jahren kam die Tanzgruppe bis ins Finale und landete auf einem hervorragenden vierten Platz. Damals erlebten sie Standing Ovations, wie Jutta Lütke Vestert berichtet. Diesmal darf gerne ein Platz auf dem Treppchen herausspringen. Am liebsten natürlich ganz oben. Der Ehrgeiz steht aber nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, eine schöne Zeit miteinander verbracht zu haben und zu einem schönen Ende zu führen. Geübt wird die Generalprobe, wie in den Wochen zuvor, in einem Raum der Duisburger Werkstätten.

Am Samstag, 16. März, um 12 Uhr schlägt dann in der Rheinhausen-Halle die Stunde der Wahrheit. Glaubt man den Aussagen der Tänzerinnen und Tänzer herrscht bislang keine Spur von Lampenfieber oder Nervosität. Um 9 Uhr trifft sich die Gruppe an den Werkstätten. Dann geht’s gemeinsam zum Auftritt. Ein bis zwei Übungen werden an dem Tag noch einmal geprobt. „Aber bloß nicht zu viel, sonst ist man am Ende doch noch zu nervös“, sagt Sofia Koss mit einem Augenzwinkern.

Lautstarke Unterstützung aus dem Publikum ist jedenfalls garantiert. Jutta Lütke Vestert verspricht, dass ein kleiner Fan-Bus mit bis zu 30 Mitarbeitern der Werkstätten vorbeikommen und sie in der Halle anfeuern wird. Nach einer Viertelstunde ist die Generalprobe schließlich beendet. Und alle sind begeistert und schon jetzt voller Vorfreude. „Ich bin total zufrieden. Das habt Ihr super gemacht“, lobt Sofia Koss ihre Tanzgruppe.