Infotruck wirbt um Nachwuchs: Hamborner Schüler bei Siemens

Ausbildung bei Siemens : Info-Truck wirbt um den Nachwuchs

Auf dem Gelände der Siemens AG informierten sich Schüler der Hamborner Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule über mehr als 40 Berufe in der Metall- und Elektroindustrie.

Groß und mächtig wirkt der zweigeschossige Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie auf dem Werksgelände der Siemens AG. An drei Tagen erkunden Achtklässler aus weiterführenden Duisburger Schulen zunächst das multifunktionale Innenleben des Trucks und im Anschluss die Werkstätten des Unternehmens. Theorie und Praxis geben sich quasi die Klinke in die Hand. Mehr hautnahe Berufsorientierung geht fast nicht. Und viele Schüler wissen nicht, wie es nach dem Abschluss weitergehen soll. „Mache ich eine Ausbildung oder beginne ich ein Studium?“

Es sind Fragen wie diese von denen Döndü Pektas, Lehrerin an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule und zuständig für die Berufs- und Studienorientierung, ein Lied singen kann. „Nicht jeder unserer Schüler wird das Abitur schaffen“, sagt sie. Daher lautet ihre Empfehlung: Bevor Lücken im Lebenslauf entstehen, sollen einige von ihnen lieber nach der 10. Klasse eine Ausbildung machen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Emina Dendusic und 30 Schülern ist sie zu Gast bei der Siemens AG, wo der Infotruck diesmal Station gemacht hat. Auf zwei Gruppen verteilt, soll den Jugendlichen spielerisch und mit hochmodernen Geräten und informativen Videos eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie schmackhaft gemacht werden. „Eine technische qualifizierte Ausbildung ist sehr viel wert“, sagt Silvana von der Weppen, Ausbildungscoach bei der Siemens AG, und fügt hinzu: „Sie sollen sensibilisiert werden, dass Technik Spaß macht.“ In den Schulungsräumen des Unternehmens erhalten die Gesamtschüler zahlreiche Informationen unter anderem über virtuelles Schweißen und über 3-D-Zeichensysteme. Im Truck können sie ihre handwerklichen Fähigkeiten austesten. Sie dürfen den Info-Beratern im Bus nicht nur über die Schulter schauen, sondern sogar selbst Hand anlegen und ihr Talent unter Beweis stellen.

Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zerspanungsmechaniker scheint in der Branche eigentlich für jeden etwas dabei zu sein. Aber noch immer fehlt an vielen Stellen das Interesse. Beide Lehrerinnen der Leibniz-Gesamtschule müssen häufig intensive Überzeugungsarbeit leisten – und das nicht nur bei den Schülern. „Die Eltern haben den meisten Einfluss auf die berufliche Entscheidung“, sagen sie. Leider gibt es laut Unternehmerverband auch noch immer zu wenige Bewerberinnen in der Metall- und Elektroindustrie. „Wir hoffen, dass mit dem Infotruck auch mehr Mädchen angesprochen werden, die sich für diese Berufe begeistern können“, sagt Elisabeth Schulte, Geschäftsführerin Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung.

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