Indunorm in Duisburg-Wanheim als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet

Auszeichnung für die Firma Indunorm : Familie und Beruf unter einem Hut

Home-Office, flexible Arbeitszeiten: Die Chefs der Firma Indunorm lassen sich viel einfallen. Dafür gab’s die Plakette vom Bündnis für Familie. So klappt es mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Wie schön! Das Kind ist da und alles ist gut gegangen.“ Ulrike Dornbusch-Pleiser, kaufmännische Leiterin des Unternehmens Indunorm und zuständige Personalerin, freut sich sichtlich, als sie die frohe Botschaft von ihrer Mitarbeiterin erhält. Vor kurzem ist der Betrieb vom Lokalen Bündnis für Familie als „Familienfreundliches Unternehmen Duisburg“ ausgezeichnet worden. Für die Chefs eine schöne Bestätigung, denn „Familienfreundlichkeit“ ist hier keine Phrase.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, freut sich bei einer Feierstunde zur Verleihung der Auszeichnung, dass diesmal ein produzierender Betrieb geehrt wird: „Die Maschinen, auf denen die Produkte hier für die Automatisierung gefertigt werden, kann man nun mal nicht so leicht wie einen Laptop für das Home-Office unter den Arm klemmen.“ Trotzdem schaffe es Indunorm laut Schmitz, auch diese Arbeitsplätze familienfreundlicher zu machen.

Für ihre Angestellten lassen sie und die Vorstandskollegen sich einiges einfallen. „Uns ist wichtig, dass wir auch die Familien unserer Mitarbeiter kennen und wissen, ob wir an der einen oder anderen Stelle helfen können“, betont Geschäftsführer Thomas Droste. Feiern, Workshops zum Thema Kommunikation und offene Türen helfen ihm, zu wissen, wo der Schuh drückt. „Wir haben einen Mitarbeiter, der kann aktuell mittwochs nicht arbeiten, weil er sich um die Pflege von Angehörigen kümmern muss“, erzählt er. Also habe die Firma ihm ein Arbeitszeitmodell ermöglicht, bei dem er sich unbesorgt um die privaten Angelegenheiten kümmern kann. Als sich bei Angelika und Marcel Pricken vor drei Jahren Nachwuchs ansagte, suchte Ulrike Dornbusch-Pleiser mit dem Paar nach einer Lösung. „Angelika Pricken hatte zuvor studiert und wollte sich gerne bei uns weiterentwickeln. Das wollten wir gerne fördern. Ihr Mann konnte sich hingegen vorstellen, auch halbtags zu arbeiten“, erklärt die Chefin. „Die Stelle wurde extra geschaffen. Das ist schon toll“, freuen sich die beiden. Marcel Pricken bekommt in seinem Freundeskreis vor allem positives Feedback für die Entscheidung. „Viele würden vielleicht auch kürzer treten, trauen sich aber nicht, das im Unternehmen anzusprechen“, weiß er. Bei ihnen sei es hingegen normal, dass auch Männer Elternzeit nehmen, ohne Nachteile zu befürchten.

Für Marcel Pricken wurde extra eine Halbtagsstelle geschaffen, um ihn im Unternehmen zu halten. Seine Ehefrau Angelika Pricken arbeitet Vollzeit. Foto: Tanja Pickartz

Einen Betriebskindergarten gebe es zwar nicht, „aber wenn wir einen Engpass bei der Betreuung haben, können wir den Kleinen auch mal mitbringen. Das machen sogar die Chefs“, sagt die 37-Jährige. In einem anderen Fall wurde über einen bestimmten Zeitraum Home-Office vereinbart. Die Mama von zwei Kindern arbeitet ihre Aufgaben vor allem abends ab. Die Absprachen laufen per E-Mail.

Für Geschäftsführer Thomas Droste geht die Rechnung auf: Werden Kollegen gesucht, bekomme er viele Empfehlungen von eigenen Mitarbeitern. „Wir achten sehr darauf, ob jemand ins Team passt.“ Heutzutage würde bei Vorstellungsgesprächen öfter nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt. „Das hat sich vor zehn Jahren noch kaum einer getraut.“

Natürlich sei auch bei ihnen nicht alles „eitel Sonnenschein. Aber mir ist wichtiger, dass man morgens gerne ins Büro kommt, als sich zu ärgern.“ Für Droste und seine Vorstandskollegen ist die Auszeichnung deshalb Bestätigung und Ansporn zugleich.

(F.P.)
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