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Duisburg: In Rheinhausen darf gemordet werden

Duisburg : In Rheinhausen darf gemordet werden

Die "Bücherinsel" von Linda Broszeit und die Volksbank haben einen Krimiwettbewerb ins Leben gerufen. Unter dem Titel "Mord in Rheinhausen" kann jeder bis Ende April 2015 Kurzkrimis einreichen, die in Rheinhausen spielen.

Es ist ja nicht so, dass Rheinhausen ein kriminologisch heißes Pflaster ähnlich der New Yorker Bronx wäre, aber mit etwas Fantasie sind bestimmt auch hier etliche geheimnisumwitterte Tatorte vorstellbar. Das dachten sich jedenfalls die Initiatoren des ersten Rheinhauser Krimischreibwettbewerbs: Volksbank-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Meck und Linda Broszeit von der Buchhandlung "Bücherinsel".

Meck hatte die Rheinhauser Buchhändlerin angesprochen und nach Möglichkeiten für sein Unternehmen gesucht, sich nicht nur, wie vielfach praktiziert, im Sport, sondern sich auch "kulturell im Stadtteil und in der Region zu engagieren". Broszeit erinnerte sich an den bereits 2007 mit Erfolg durchgeführten Wettbewerb "Rheinhausen schreibt und liest" und gleichzeitig an die große Krimi-Leidenschaft ihrer Kunden. Damit war die Idee zu dem Schreibwettbewerb unter dem Titel "Mord in Rheinhausen", bei dem es diesmal ausschließlich um Kurzkrimis geht, geboren. Einzige Bedingung ist, dass der Roman in Rheinhausen spielen muss.

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Erste positive Reaktionen ihrer Kundschaft hat Broszeit schon mitbekommen, darunter Aussagen wie "Ich kenne in Rheinhausen mindestens zwei bis drei Leute, die ich ermorden könnte". Das kann man jetzt getrost tun, allerdings nur im Roman. Teilnehmen kann jeder, auch Jugendliche sind dazu aufgefordert. Die Bücherinsel-Inhaberin wird sich mit dem Projekt nach den Ferien auch an die Schulen vor Ort wenden und hofft dabei auf eine rege Beteiligung.

Der Wettbewerb läuft bis zum 30. April des nächsten Jahres, eine dreiköpfige Jury wird die eingereichten Texte sichten und bewerten. Nach Abschluss des Wettbewerbs wird ein Krimi-Sammelband mit den besten Mord-Geschichten erscheinen, Auszüge daraus sollen in einer Lesung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vielleicht wird auch ein neues schriftstellerisches Krimi-Talent entdeckt, denn der renommierte Rowohlt-Verlag, der mit seinem "Krimi-Schule"-Projekt auf der Suche nach neuen Autoren des bei deutschen Lesern besonders beliebten Genres ist, ist auch an diesen Texten sehr interessiert.

Von den Hobby-Autoren wird erwartet, dass ihre eingereichten Kurzkrimis an den Verlag weitergeleitet werden dürfen. Jeder Teilnehmer erhält, unabhängig von der abschließenden Bewertung durch die Jury, ein Buchgeschenk des Rowohlt-Verlags. Dass Krimis von Jugendlichen und Kindern in einer eigenen Kategorie gewertet werden und nicht in direkter Konkurrenz mit den Einsendungen der Erwachsenen stehen, sei dabei selbstverständlich, erläutert Broszeit, die als Jury-Mitglied schon sehr gespannt ist, was da an "Mord und Totschlag" auf sie zukommen wird.

Dass die beiden Initiatoren des Wettbewerbs auch selbst einen "Mordsspaß" an dem Wettbewerb haben, dokumentieren sie mit eigenen Krimi-Titeln, die ihnen so spontan einfallen. Meck kann es sich wohl nicht gruselig genug vorstellen, als er seine Titel "Satanisten in der Villenkolonie" mit einem verschmitzten Lächeln genüsslich vorschlägt. Geradezu naheliegend ist der Romanvorschlag "Mord in der Buchhandlung", den "Bücherinsel"-Chefin Broszeit spontan äußert.

(pol)