Duisburg: In einem Park die letzte Ruhe finden

Duisburg: In einem Park die letzte Ruhe finden

Auf dem Parkfriedhof in Homberg-Hochheide wurde der dritte Memoriam-Garten in Duisburg eröffnet. Die Anlage bietet Platz für 120 Urnen- und 58 Erdbestattungen.

Dass auf dem Parkfriedhof in Homberg-Hochheide eine besondere würdevolle Feierlichkeit anstand, wurde Spaziergängern schon am Eingang klar. Lilafarbene Töpfe, dekoriert mit Beetpflanzen und Luftballonen wiesen Interessierten den Weg zum Ort des Geschehens. Mitten auf dem Friedhof wurde ein wunderschön gestalteter Memoriam-Garten eröffnet. Sitzbänke und Zelte boten den zahlreichen Besuchern genügend Platz, um die Feier zu verfolgen. Nach Ansprachen, nach der feierlichen Segnung des Feldes und nach den musikalischen Beiträgen eines Posaunenchors wurde als symbolischer Eröffnungsakt ein Band durchschnitten.

Die Gestaltung des Memoriam-Gartens oblag Gärtnermeister Klaus Schittenheim. Von der Planung bis zur jetzigen Fertigstellung dauerte es zwei Jahre. Der "Garten der Bestattung", wie solche Grabformen auch genannt werden, hat eine Größe von rund 1200 Quadratmetern. Er ist in einer runden Form angelegt, mit Beeten und Mauern, mit Grabsteinen in Stelenform und mit einem Baum, an dessen Äste Holzscheiben mit eingraviertem letzten Gruß oder Namen des Verstorbenen aufgehängt werden können. Eine Auflockerung erfährt das Gesamtbild durch Feuerschalen, und sogar einige Nistkästen wurden aufgestellt.

120 Urnen- und 58 Erdbestattungen sind in dem Memorium-Garten möglich. "Er ist die Zukunft der Bestattungskultur," erklärte Klaus Schittenhelm und erläuterte die Vorzüge eines solchen Gartens: "Die Hinterbliebenen sollen mit Freude zum Friedhof kommen und nicht mit dem Druck, zum Friedhof zu müssen, um die Pflanzen zu gießen."

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Die komplette Pflege liegt somit in den Händen des Gärtnermeisters. Aber nicht nur Hinterbliebene können hier auf den Bänken verweilen, auch so mancher Spaziergänger dürfte sich an der optisch abwechselungsreichen Parkanlage erfreuen. Die Anlage ist in fünf Themenbereiche aufgeteilt. Durch die unterschiedliche Bepflanzung zeigt sich der Park je nach Jahreszeit in seinen schönsten Farben und Formen.

In dem Memorium-Garten gibt es übrigens bewusst keine anonyme Beisetzung. Und das aus gutem Grund: Leben brauche Erinnerung, hieß es. Der Homberger "Garten der Bestattung" ist der dritte in Duisburg.

Auch auf dem Waldfriedhof auf der rechten Rheinseite und auf dem Trompeter Friedhof sind derartige Gärten bereits angelegt. Und sie scheinen von immer mehr Menschen gerne angenommen werden. Wie Klaus Schittenhelm erzählte, gab es bis zum gestrigen Tage fünf Vorbestellungen von Menschen, die irgendwann einmal hier ihre letzte Ruhestätte finden möchten.

(RP)
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