Duisburg: In die Planungen kommt Bewegung

Duisburg: In die Planungen kommt Bewegung

Noch vor der Sommerpause wird das Kabinett vermutlich entscheiden, dass das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) nach Duisburg umzieht. Dann könnte sich südlich des Hauptbahnhofs endlich etwas tun.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) steht in den Startlöchern. Sobald das Kabinett grünes Licht gegeben hat, soll ein Vertrag mit dem Projektentwickler Aurelis aufgesetzt werden, der den Umzug der Düsseldorfer Dependance der Behörde nach Duisburg besiegelt. Das Lanuv hatte bereits im Oktober 2013 Interesse an einem Umzug nach Duisburg bekundet und gegenüber unserer Zeitung von "ersten Überlegungen" gesprochen. Lange Zeit geschah nach außen hin nichts, weil sich gleich mehrere Ministerien untereinander abstimmen mussten. Doch jetzt scheint eine Entscheidung kurz bevorzustehen: "Wir warten jetzt nur noch auf die Kabinettsentscheidung", sagt Lanuv-Pressesprecher Peter Schütz. "Bis zur Sommerpause" werde die wohl fallen. Auch Aurelis-Sprecher Dirk Dratsdrummer ist "guten Mutes, dass sich da in Kürze was bewegen wird".

Das Areal, auf dem sich das Landesamt ansiedeln möchte, liegt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Güterbahnhofgeländes ("Duisburger Freiheit"). Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gebiet, dem "Quartier 1", möchte Aurelis bekanntlich Bürogebäude bauen. Für die entsprechende Infrastruktur hat der Projektentwickler mit neuen Strom- und Wasserleitungen, Medienkabeln und weiterer Bautechnik im vergangenen Jahr bereits gesorgt. Das Lanuv interessiert sich für den Standort besonders wegen der guten Verkehrsanbindung. Das Gelände liegt zwischen Hauptbahnhof und Koloniestraße oberhalb der A 59. Nicht nur die Innenstadt, sondern auch der Düsseldorfer Flughafen ist von dort aus problemlos zu erreichen.

Ganz anders stellt sich die Lage am derzeitigen Standort des Lanuv in Düsseldorf dar. "Wir liegen zwischen Volmerswerth und Flehe. Da ist die Anbindung an den ÖPNV nicht besonders gut", sagt Schütz. Das Areal in Duisburg sei da besser angebunden - was den meisten Mitarbeitern, aber auch Besuchern von außerhalb zugute komme. Und Schütz nennt noch einen weiteren Vorteil: "Wir würden in Duisburg in ein neues Gebäude ziehen. Das ist aus energetischer Sicht ganz entscheidend. Denn gerade wir als Lanuv versuchen natürlich, klimaneutral zu arbeiten. Das ist in einem älteren Gebäude wie dem in Düsseldorf in dieser Art nicht möglich."

Das Lanuv hat 1200 Mitarbeiter. Hauptstandort ist Recklinghausen. Es gibt zudem Dienststellen in Essen und Düsseldorf sowie zahlreiche Außenstellen, Labore und Untersuchungsämter. In der Landeshauptstadt sind vor allem die Abteilungen angesiedelt, die sich mit Gewässern und dem Trinkwasserschutz befassen. Rund 300 Mitarbeiter arbeiten hier. Sie alle würden nach Duisburg umziehen - und zusätzlich noch einige Mitarbeiter von anderen Standorten, sagt Schütz. "Wir wollen bestimmte Bereiche bündeln, die Organisation und Aufgabenbereiche etwas straffen."

(RP)
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