Impact Factory in Duisburg: Ein Hauch von Fridays for Future

Impact Factory in Duisburg : Ein Hauch von Fridays for Future

Am Montag wurden in der Duisburger Haniel-Akademie die ersten „Start-ups“ der neu gegründeten „Impact Factory“ vorgestellt.

Der Laborcharakter des sich Mitte 2016 auf dem Haniel-Gelände angesiedelten Gründerzentrums „Social Impact Lab“ ist beendet. Dafür hat sich an gleicher Stelle die im April des Jahres ins Leben gerufene „Impact Factory“ mit der Maßgabe gegründet, wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle am Markt zu etablieren (die RP berichtete). Zeitgleich wurde ein bundesweites Ausschreibungsverfahren in Gang gesetzt, in dem sich potentielle Kandidaten für ein Gründerstipendium bewerben konnten. Aus 56 eingegangenen Bewerbungen aus ganz Deutschland wählte eine Expertenjury schließlich 17 Teams aus, die in die „Impact Factory“ aufgenommen wurden.

Am Montag nun trafen sich zum Programmstart rund 130 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in der Haniel-Akademie und boten den ausgewählten Teams ein Forum, ihre Ideen für eine zukunftsfähige Gesellschaft und das dazugehörige Unternehmertum erstmals einem Fachpublikum öffentlich vorzustellen. Die „Impact Factory“ steht für neue Maßstäbe in der Ausbildung und Begleitung von Gründern in der Rhein-Ruhr-Region: Sie unterstützt ausgesuchte, besonders vielversprechende Start-ups, die soziale, gesellschaftliche und ökologische Probleme mit unternehmerischen Mitteln lösen möchten. Derart gemeinwohl- und wirkungsorientierte Gründer werden auch Social-Start-ups, Social Entrepreneure oder Sozialunternehmer genannt.

Dirk Sander, Mitgründer der Firma Anthropia und Organisator der öffentlichen Veranstaltung, sagte: „Als Zentrum mit Ausbildungs- und Netzwerkpartnern auf Augenhöhe will die Impact Factory wie ein Katalysator wirken: Wir, mein Partner Oliver Kuschel und ich, möchten mit der Gründung von Sozialunternehmen den ökonomischen Wertewandel hier im Ruhrgebiet transportieren.“ Von daher waren bei der Auswahl der 17 Teams insbesondere die Kriterien Problemrelevanz, Innovationsgrad, Gründerpersönlichkeit sowie die zu erwartende gesellschaftliche Wirkung relevant.

Gemeinsam mit Experten der Gründungspartner Haniel, Beisheim Stiftung und KfW-Stiftung sowie den Programmförderern Der Paritätische NRW und die Wilo-Foundation hat Anthropia als Träger der „Impact Factory“ fünf Start-ups für das Einsteigerprogramm „Create-up“ und weitere fünf für das Fortgeschrittenen-Programm „Scale-up“ ausgewählt. Der überwiegende Teil der Teams stammt aus Nordrhein-Westfalen, eines davon aus Duisburg („Tausche Bildung für Wohnen“), der Rest kommt aus Dresden, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main. Weitere sieben Teams stellen das sogenannte Fellow-Programm.

Den Abschluss der Tagung bildete ein Vortrag von Tim Schumacher, erfolgreicher Internet-Entrepreneur und Investor, über die Relevanz von Social-Start-ups: „Impact-Start-ups sind zum einen für Investoren emotional bereichernd, denn auch als Investor hat man einfach viel mehr Spaß an Unternehmen, hinter denen man wirklich stehen kann. Zum anderen haben Impact-Start-ups einige handfeste wirtschaftliche Vorteile, gerade in Zeiten, wo mehr und mehr Konsumenten ihre Konsumentscheidungen, aber auch Mitarbeiter ihre Entscheidung für ein bestimmtes Unternehmen, auf der Basis von Werten und Sinnhaftigkeit treffen“, sagte er.

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