Duisburg: Immer mehr Schüler aus Südosteuropa

Duisburg: Immer mehr Schüler aus Südosteuropa

Die Verwaltung legt den Schulpolitikern erneut einen Überblick über Veränderungen vor.

In der Sitzung des Schulausschusses am kommenden Freitag, 16. Februar, wird die Verwaltung wieder einmal einen Überblick darüber vorlegen, wie viele Zuwanderer- und Asylbewerberkinder in unserer Stadt zur Schule gehen.

Die Entwicklung ist ausschlaggebend für die Planung von Schulstandorten. Bekanntlich wollte die Stadt längst einige Schulen mangels Schülern aufgeben und musste dies zurücknehmen, als die Zahl der Zugewanderten aus Südosteuropa Jahr für Jahr deutlich stieg. Hinzu kamen später auch noch die Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die hier Asyl haben wollen. Die Raumnot in einigen Schulen ist dadurch so groß geworden, dass Container aufgestellt werden mussten und Kinder nicht an ihrem Wunschort beschult werden können.

Seit dem März vergangenen Jahres ist die Zahl der Zuwandererkinder sowohl im Grundschulbereich wie auch in dem der weiterführenden Schulen kontinuierlich nach oben gegangenen. Im Januar 2018 besuchten mehr als 2100 Jungen und Mädchen Grundschulen im Stadtgebiet, die die deutsche Sprache und Kultur zum großen Teil erst noch lernen müssen. 1851 wurden an den weiterführenden Schulen gezählt. Mit 440 stellen sie auch an den Berufskollegs eine große Gruppe.

Seit diesem Jahr werden die Kinder, die oft große Defizite mitbringen, im Grundschulbereich den vorhandenen, ganz normalen Klassen zugeordnet. Bis zum vergangenen Jahr hatte es noch spezielle Vorbereitungsklassen für Zuwanderer-Kinder gegeben. Während im vergangenen Jahr die Zahl der zur Verfügung stehenden Beschulungsplätze im Grundschulbereich unter der tatsächlichen Zahl der Kinder lag, meldet die Verwaltung seit Ende 2017 und für 2018 ein ausgeglichenes Saldo. In den weiterführenden Schulen gibt es sogar noch freie Aufnahmekapazitäten (1999 Plätze für aktuelle 1851 Schüler). Auch an den Berufskollegs ist das zur Verfügung stehende Kontingent an Plätzen laut Verwaltung noch nicht ganz ausgeschöpft (460 Plätze für 440 junge Menschen).

Der überwiegende Teil der zugewanderten Kinder stammt aus Bulgarien und Rumänien. Zusammen machen sie einen Anteil von 56,8 Prozent aus. Flüchtlingskinder zum Beispiel aus Syrien (12,1 Prozent), Afghanistan (0,8 Prozent) und dem Irak (2,7 Prozent) machen nur eine kleine Gruppe aus.

Die Verwaltung bilanziert nach der jüngsten Überprüfung, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen aus Südosteuropa seit dem Schuljahr 2016/17 deutlich angestiegen und der der "Flüchtlingskinder" in diesem Zeitraum erheblich zurückgegangen ist. Für viele Lehrer an den Duisburger Schulen bedeutet dies vor allem einen hohen Integrationsaufwand und reichlich Zusatzbelastung, und für Kinder wie Lehrer viel gegenseitige Toleranz.

(RP)