Duisburg: Im Räderwerk der Nazis

Duisburg : Im Räderwerk der Nazis

Der Zug der Erinnerung, der an die Deportation Hunderttausender Kinder im "Dritten Reich" gemahnt, macht bis Donnerstagabend Station im Duisburger Hauptbahnhof. Das Gleis 2 war gestern überfüllt.

Pünktlich, wie es sich gehört, traf gestern der Zug der Erinnerung am Duisburger Hauptbahnhof ein. Nach einem kurzen Rangiermanöver wurden die historische Dampflok und die Ausstellungswaggons auf Gleis 2 abgestellt. Ab 10.30 Uhr besichtigten Schulklassen die fahrbare Ausstellung, die an die Deportation Hunderttausender Kinder durch die Nazis gemahnt.

Hans-Helmut Schlicht, der übrigens vor 30 Jahren in Rheinhausen sein Abitur machte, führte die ersten Schulklassen in die Dokumentationsschau ein. Seit dem 8. November, als der Zug der Erinnerung seine Fahrt durch Europa begann, tut er das. Die Erfahrung, die er gestern in Duisburg machte, war die gleiche wie an den meisten anderen Stationen: Nach wenigen Minuten kamen die Jugendlichen zur Ruhe, unterließen weitgehend pubertätsbedingte Zappeleien und hörten aufmerksam, bisweilen auch erschüttert zu. Hans-Helmut Schlicht skizzierte die entsetzlichen Deportationen, nannte die Zahl der von den Nazis getöteten Kinder und Jugendlichen (schätzungsweise eine Million) und machte dabei den Schülern unmissverständlich klar, dass ihre Altersgenossen von damals, eingepfercht in Viehwaggons, bis an die Rampen der Vernichtungslager transportiert wurden.

Tränen in den Augen

(RP)
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